Author Archives: admin

haus_banner_kubasik_yozgat

‚Empathie‘, ‚Ignoranz‘ und ‚Migrantisch situiertes Wissen‘

Vortrag von: Ayşe Güleç und Johanna Schaffer

Zeit: 7. Oktober, 18.00 bis 19.30

Ort: Institut für das Künstlerische Lehramt IKL, Hörsaal 3.06, Karl-Schweighofer Gasse 3, 1060 Wien 

Immer noch ist die Serie an Morden und Anschlägen, die der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) zwischen 1999 und 2011 beging, nicht aufgeklärt. Weder das Gerichtsverfahren in München noch die zahlreichen parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben das Netzwerk des NSU sowie die Beteiligung des Verfassungsschutzes und anderer staatlicher Akteure daran vollständig offengelegt. Als NSU-Komplex bezeichnen wir daher den Verbund aus neonazistischen Gewalttaten jener Gruppierung von Menschen, die sich NSU nannten, und institutionalisiertem Rassismus. Der NSU-Komplex äußert sich in Opfer-Täter-Umkehr, in rassistischer Medienberichterstattung, in den Verbindungen des deutschen Geheimdienstes mit der rechtsextremen Szene, im Faktum der Nazis, die Mitarbeiter beim Verfassungsschutz sind, in versuchten Vertuschungen, im Verschwinden von Beweismitteln, in unerklärten Todesfällen von aussagewilligen Zeug_innen und in der andauernden Behinderung der Aufklärung der Hintergründe der Gewalttaten des NSU.

Was können wir denken und verstehen, wenn wir ‚Empathie’ und ‚Ignoranz’ als Analysekategorien verwenden, um über solidarische und antirassistische Bedeutungsproduktion nachzudenken? Zentral für unser gemeinsames Nachdenken ist die Kategorie des ‚migrantisch situierten Wissens‘, um von den Praktiken und Strategien der Angehörigen der Opfer und der Überlebenden der Gewalttaten des NSU-Komplexes zu lernen, wie struktureller Rassismus als das Unsagbar-Gemachte sich dennoch thematisieren und darstellen lässt. Denn staatliche, mediale und gesellschaftliche Instanzen wirken als Bestandteile des NSU-Komplexes zusammen, um mit enormer Kraft/Macht Rassismus als gesellschaftlichen Segregations- und Abwertungsmechanismus auszuagieren und anderseits dessen Existenz zu verleugnen. Dennoch erfinden Menschen als einzelne und in Zusammenhängen kontinuierlich Weisen der Bedeutungsproduktion, die es möglich machen, sich politisch, gesellschaftlich und emotional anders zu orientieren. Dies ist ein Plädoyer dafür, sich gegen Segregationen und Aufteilungen immer wieder zusammen zu tun.

Ayşe Güleç ist Sozialpädagogin und politische Kulturarbeiterin. Johanna Schaffer ist Hochschullehrerin für die Theorie und Praxis der visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Beide sind im Vorbereitungskontext für das “Tribunal: NSU-Komplex auflösen” aktiv. Das Tribunal wird von 17. – 21.5. in Köln-Mülheim stattfinden.

Organisiert von: Elke Krasny, Elke Gaugele und Martin Beck, Institutsleitung des Instituts für das Künstlerische Lehramt und Ruth Sonderegger, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften

https://www.akbild.ac.at/resolveuid/b023743ebe3570a8d62e22e0d264260d

Foto: Bündnis gegen Rassismus, Berlin

anasa_za_mjini400

An introduction to the contemporary postcolonial pop culture sphere (Evelyn Wangui Gichuhi)

Übung

Are all foreigners in the west urban? Are they all graffiti artists and rappers? Do they speak the same vocabulary as American musical and visual pop artists? Or are they producing work that is fuelled by different aesthetic vocabularies? Are their ideas built entirely on the foundations of western pop genres? Or are they referencing images and experiences mainstream global media hasn’t discovered yet? How does one tell the story of migration without making it sound like a charity advert?

In der Übung / im Workshop werden Arbeiten von Künstler*innen vorgestellt, die in der Diaspora mit Popkultur-Referenzen produzieren, und es werden, auf der Grundlage der gemeinsamen Diskussionen, eigene Arbeiten entwickelt.

Dienstag 08.11., 14.15 – 17.00 (with Johanna Schaffer), Montag 05.12., 15.00 – 17.00, Dienstag 06.12., 11.15 – 17.00, Mittwoch 07.12., 11.15 – 16.00

Raum: 0325

Image: Evelyn Wangui Gichuhi [The gif’s text is Swahili and translates loosely into “the things that happen in the city”, reflecting on the rural-urban migration in Kenya to Nairobi …the city, the place where cultures change…]

pink

Post- und dekoloniale Kritik (Johanna Schaffer)

Vorlesung + Übung

Darüber nachdenken, wie grundlegend die Geschichten des Kolonialismus, der Versklavung und wie Eurozentrismus Gesellschaften und Subjektivitäten auch heute formieren und formatieren: Frantz Fanon, Edward Said, Gayatri Spivak, Stuart Hall, Homi Bhabha, bell hooks, Audre Lorde, Paul Gilroy, Dipesh Chakrabarty und viele andere haben dazu Denk-Konzepte zur Verfügung gestellt. In der Vorlesung + Übung werden einige grundlegende theoretische und künstlerische Praktiken vorgestellt und erarbeitet, die post- und dekoloniale Verhältnisse kritisch beschreiben.

Dienstags: 08.11. (mit Evelyn Wangui Gichuhi), 22.11., 10.1., 24.1., 07.02. jeweils 14.15 – 17.00

Raum: 0325

yellow_green

Does it matter? Materielle Ästhetiken zeitspezifischer Medien (Mareike Bernien)

Seminar

Was für eine Materialität hat eine Textur, ein Ton, Licht, eine Farbe? Welche materiellen, historischen und ideologischen Bedingungen bringen welche ästhetischen Formen hervor? Welche Formen der Arbeit und des Denkens sind darin verschränkt? Wie konfiguriert sich das Materielle zu Einbauschränken, Festplatten, Touchscreens, Ausstellungen, Versammlungen oder Filmen? Was für Körper, Sinnlichkeiten und Sozialitäten werden darin produziert?

Das Seminar stellt verschiedene zentrale Denkfiguren des Materiellen aus queer/feministischer, medienarchäologischer, ökonomiekritischer und postkolonialer Perspektive vor. Es fragt nach den Vorraussetzungen und Effekten zeitgenössischer Bildproduktion und möchte dabei das Eigenleben des Materiellen kritisch beleuchten. Im Seminar werden wir einerseits Texte lesen und diskutieren, sowie Filme, Bilder, Töne, Ausstellungen sichten, um so das Thema diskursiv und praxisbasiert zu bearbeiten.

Dienstags: 01.11, 15.11., 29.11., 13.12., 17.01., 31.01., jeweils 10 – 13.00

Raum: 0325

blue1

Kolloquium der Theorie und Praxis (Johanna Schaffer, Mareike Bernien)

Das Kolloquium ist ein Treffen all derjenigen, die schon im Arbeitsbereich Theorie und Praxis vertieft studieren oder interessiert an diesem sind. Gemeinsam diskutiert werden hier Konzepte, Projekte und Abschlussarbeiten. Die Treffen sind offen für alle Studierenden der unterschiedlichen Semester und Studiengänge. Im Wintersemester werden wir dazu auffordern, zu der eigenen Arbeit eine Arbeit anderer dazu zu stellen – und beide Positionen am Tag vor dem Kolloquium im Raum zu installieren.

Mittwochs: 26.10., 30.11., 14.12., 18.01., 01.02., jeweils 10.15  – 13.30

Raum: 0325

remains_2

Remains. Geschichte und Vergessen am Objekt „Kunsthochschule Kassel“

Ausstellung während des Rundgangs 2016, Raum 0232 (Atrium)

Geschichte wird re-konstruiert / erzählt nicht nur über absichtsvoll erstellte Dokumente, die bereits im Moment ihrer Entstehung ihre spätere Rezeption durch nachfolgende Generationen mitdenken; sie lässt sich auch erzählen über die unwillkürliche Zeug*innenschaft vorgefundener “Überreste” (engl. remains). Diese Fragmente verweisen in einem postfaschistischen und postkolonialen Raum oft auf ein absichtsvolles Verschweigen-Wollen oder ein Vergessen-Machen, das durch strukturell begünstigte Ignoranz gestützt ist. Auch bei der Darstellung der Geschichte einer Kunsthochschule wird häufig auf Traditionsquellen zurückgegriffen, d.h. auf Urkunden und Berichte, die in der Absicht erstellt werden, die Leser*innen über Gegenwart und insbesondere Vergangenheit zu unterrichten. Wendet man sich hingegen den oft übersehenen, wenn nicht vergessenen Überresten zu – oder besser noch: stößt sich an ihnen – so zeigt sich mitunter plötzlich ein maßgeblich anderes Bild vergangener und gegenwärtiger Realitäten. In eine Methodik des Herstellens übersetzt kann das heissen: wieder, zum ersten Mal aufnehmen, Interviews machen, Bilder vergrößern, Geschichten schneiden, Leerstellen markieren, Fülle und Mangel innerhalb dieses thematischen Rahmens montieren. (Arianna Waldner Bingemer, Ida Lorbach, Annika Nesheim, Sevda Güler, Volko Kamensky, Johanna Schaffer, Mareike Bernien, Jan Peters)

Das zweisemestrige Projekt ist eine Zusammenarbeit der Arbeitsbereiche Theorie & Praxis der Visuellen Kommunikation und Film und bewegtes Bild.

Arianna Waldner Bingemer (2015): Kassel, 9.12. // 7:51 min, digitale Doppelprojektion, linke Seite: Adolf Winkelmann „Kassel 9.12.67 11:54h“,
16 mm digitalisiert, Quelle: https://www.youtube.com/ watchßv=NvYcP7EP9-0; rechte Seite: Smartphone-Video

Sevda Güler (2016): Substanz // Sieben Schneekugeln mit verschiedenen Materialien: Entenfedern, Glas, Stahl, Beton, Gras und Text

Ida Lorbach (2016): Grundlehre (Faltblatt) // U.a. mit Textauszügen aus dem Film „Werkkunstschulen in Hessen“ von Ingeborg Euler, ca. 1963

Ida Lorbach (2016): Grundlehre (Performance am 15.7. und 16.7.2016, jeweils um 15h) // Sprecher*innen: Charlotte Hermann, Jacob Höfle, Yuyen Lin, Melanie Mendetzki, Cilian X. Woywood

Annika Nesheim (2016): Mit freundlichen Grüßen // Kopien von 22 Originaldokumenten aus den 1960er Jahren, 29,7 x 21 cm, dünne Metallnägel Auswahl vom Briefwechsel zwischen abgelehnten Bewerber*innen und der Werkkunstschule Kassel, vervielfältigt zu 550 Briefen (jeweils 25 Kopien vom Original), die während des Rundgangs an Ausstellungsbesucher*innen verteilt werden

Arianna Waldner Bingemer und Franziska Wank (2016): 5h30 // 4:35 min, 16 mm Film, Analoge Loop-Projektion

Ida Lorbach und Volko Kamensky (2016): ca. 1957 // Installation mit Stellwand, Rahmen, Radierungen, Topfpflanze. Maße variabel

Fotos: Sevda Güler

soundsound

SOUND SOUND SOUND SOUND

4 Vorträge zu Soundpraxen und Sound als Lehr- und Forschungsgegenstand an einer Kunsthochschule

11:00 Kaffe Matthews

12:00 Sandra Naumann

14:00 Ulrich Eller

15:00 Julian Rohrhuber

16:00 Abschlussdiskussion

 

Dienstag 25.10.2016

Raum 0232 Atrium (Klasse Film und Bewegtes Bild)

Veranstaltet von der Sound-AG des Studiengangs Visuelle Kommunikation

 

raumplan_001

Rundgangsausstellung 2016 im Arbeitsraum der TuP ***

Raumplan: Michel Esselbrügge

 

Entdecke das ‚Unglaublich‘ // [Werbeslogan Zoo Leipzig, Re-Edit] // 2:34 min, Trickfilm / Loop auf Tablet // Alexander Zenker, 2016

work in conjunction I // Manuell bewegte Konstruktion aus Eisen, Stahl, Messing, Aluminium und Kunststoff auf Holzplatte mit 8 Schwarz-Weiß-Kopien // Friederike Suhr, 2016

work in conjunction II // Motorbetriebene Konstruktion aus Eisen, Stahl, Messing, Aluminium und Kunststoff auf Holzplatte mit 8 Schwarz-Weiß-Kopien // Friederike Suhr, 2016

Sonnenuntergang auf dem Venushügel // Projektion auf Acrylglas, Holzsäule mit Efeu // Wiese Der Lust, 2016

Willkommen // Wandfarbe, Pappaufsteller // 160 x 160 x 195 cm // Laura Weser, Robin Vehrs, 2016

Welcome // 3 Fußmatten (Sublimationsdruck) // je 70 x 50 cm // Robin Vehrs, Laura Weser, 2016

instant regeneration, great exposure // gif-Animation, Phablet, Kopfhörer, Liege, Regal, Tücher, (Desinfektionsspray) // Karoline Achilles, 2016

SOFT AND SILENT  // Textil, Luftpolsterfolie, Kleber, Nylon, Stickgarn und Metall  // 6 Objekte, 18,5 x 30 cm bis 60 x 39 cm  // Marie Schomerus, 2016

ZYNOLITE // Video, 1:57 min, Beamer, Fimo, Foamboard  // Rebecca Adam, 2016

making waves,,, unmastered // HD Video Projektion, 7:00 min, Kopfhörer, Vorhang, Sitzgelegenheiten // Fritz Laszlo Weber, 2016

Was ist Contemporary Cartooning? // Digitaldruck in Alurahmen, Ytong-Steine // Michel Esselbrügge (Texte von Robin Vehrs), 2016