Für die GBB: Ein Schreibworkshop mit Enis Maci
01. und 02. Juni 2026, 12.30 – 15.30
Ort: literarisches colloquium berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin
Anmeldung bis 18.04.2026 bei johanna.schafferATuni-kassel
ENGLISH The participants will bring the texts they want to work on in the workshop. When working on them we want to start from the ambigious notion of the „artefact“:
artefact
— a human-made object, something that was formed by human intervention (archeology, academic language)
— a change, damage or injury brought about one’s own body [with the intention to deceive]
— interference, noise, an unintentional error arising from technical conditions or human intervention in statistics, electronics, microscopy, photography, etc.
What kinds of such flawed, weird things arising from glitches in method or calculation are hidden in my text? How do they relate to my work as such? Can we focus our attention on these biblical beams in our own eyes, of all things? Can we peel back the incidental, the side quests and mistakes, to reveal the essential? How can we harness the flaws in our texts for the so-called main thing (say: the PhD, the (artistic) work, the exhibition)? In the workshop, we will confront ourselves with these and other questions.
DEUTSCH Die Teilnehmerinnen bringen die Texte mit, an denen sie während des Workshops arbeiten wollen. Bei der Bearbeitung wollen wir vom vieldeutigen Begriff des Artefakts ausgehen:
Artefakt, das
— etwas von Menschenhand Geschaffenes; Gegenstand, der seine Form durch menschliche Einwirkung erhielt (Archäologie, Bildungssprache)
— [mit Täuschungsabsicht] am eigenen Körper herbeigeführte Veränderung, Schädigung, Verletzung (Medizin)
— Störsignal, Rauschen, unabsichtlich erzeugtes, durch technische Woraussetzungen oder menschlichen Eingriff entstandener Fehler in Statistik, Elektronik, Mikroskopie, Fotografie, etc.
Welche solchen die eigene Arbeit betreffenden oder aus ihr hervorgegangenen fehlerhaften, weirden, durch Glitches in Methode oder Berechnung entstandenen Dinger sind da in meinem Text verborgen? Können wir den Blick ausgerechnet auf diese biblischen Balken im eigenen Auge richten? Aus dem Nebensächlichen, den Side Quests und dem Inkorrekten, das Wesentliche herausschälen? Wie können wir die Makel unserer Texte urbar machen für die sogenannte Hauptsache (etwa: den PhD, das Werk, die Ausstellung)? Diesen und weiteren Fragen werden wir uns stellen.