diploma, meisterschüler+nnen and erasmus projects

PolyamoriePolyamorie: Lieben und Leben in mehreren Liebesbeziehungen

Ich führe Interviews und mache Fotos mit Menschen, die Formen der Nähe gefunden haben, die gängige Beziehungsnormen hinterfragen und sich darüber hinwegsetzen. Damit ergründe ich in meiner Abschlussarbeit auch die Grenze zwischen Privatheit und Gesellschaft.

Julia Kopylova wurde in St.Petersburg, Russland, geboren und studiert an der Kunsthochschule Kassel im Fachbereich Visuelle Kommunikation.

Polyamory : Life and love in multiple relationships

In my final degree work, I will interrogate the boundaries between privacy and society. I will be talking to people who have been inventing forms of sharing intimacy that do not follow established patterns and thus also question social norms of how to lead a love relationships.

Julia Kopylova was born in St.Petersburg, Russia and is studying Visual Communication at Kunsthochschule Kassel.

Foto: Julia Kopylova

 

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In dieser Arbeit verfolge ich einen experimentellen Ansatz und einen offenen Prozess, der ein genaues Betrachten von Materialien und Räumlichkeiten fordert. Was dabei entsteht, soll weder staatisch noch permanent sein, ist vielleicht instabil oder vage. Es geht mir im Umgang mit Materialien darum, Strukturen offen zu legen, Spuren und Eigenheiten nachzugehen. Sie spiegeln vorallem Dinge, die abstrakt sind und sich unserem Zugriff entziehen.

Freya Chakour studiert Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel, ihre Schwerpunkte sind Installationen, Filmbilder und Texte. Sie ist Mitglied im Kollektiv für Text und hat 2016 mit Ida Lorbach und Isabel Paehr die Publikation 19,7×14,1 veröffentlicht.

Foto: Freya Chakour

 

 

Lisa Dreykluft stillno title so far

In der Arbeit für meinen Abschluss ist eine neue, fiktive Autorin entstanden. Ich erforsche, welche Inhalte entstehen, wenn diese neurotische und narzisstische junge Hexe vlogt, Tutorials dreht oder Songs aufnimmt.

Lisa Dreykluft studiert Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Sie arbeitet vorwiegend mit Video- und Soundinstallationen und untersucht dabei verschiedene Ausprägungen von Nähe, Zuwendung, psychischer Gesundheit und Fetisch in der Online Kultur.

Working on the project for my degree, a new and fictional author emerged. I am exploring the content that is being created, when this neurotic and narcissistic young witch vlogs, films tutorials or records songs.

Lisa Dreykluft studies Fine Art at the Kunsthochschule Kassel. She mainly works with video and sound installations, investigating different manifestations of closeness, care, mental health and fetish inside online culture.

Foto: Lisa Dreykluft

 

 

 


Abgeschlossen / completed (-> SoSe 17)


 

 

Bild_Karo_AchillesMino # Aktualisierung

Ein junger Minotaurus und Freund*innen ziehen herum wie streunende Teenager. Sie sind als Charaktere in Comicepisoden in einer Cartoon Welt aktualisiert. (Die Outlines sollen sie leichter lesbar machen, die ein- oder zweifarbige Kolorierung dient eher als Hintergrundmelodie, als Rauschen, wie in alten Röhrenfernsehern.) Die erzählten Situationen stellen Fragen nach Macht, Herrschaft und Auswegen.

Mino # An actualisation

A young minotaur and friends stroll around town. They are actualized as cartoon characters. (They are drawn in outlines to make the comic episodes easily readable, with 1 or max. 2 colour layers, as background flickering, like old TV screens.)Questions of power, governance and ways out are posed through the situations told.

Karoline Achilles  ist Illustratorin und Cartoonistin, sie hat Visuelle Kommunikation in Berlin, Bristol und Kassel studiert // works as an illustrator and cartoonist, she has been studying Visual Communication in Berlin, Bristol and Kassel.

Scan: Comic Karo Achilles

 

Schaltkreis_logoSchaltkreis – Ein Homeostat für die Harmonie des Volkes

Schaltkreis ist ein maschinelles Gemälde, an dem jedes Individuum mit gestalten kann. Die Maschine wird alle unter einer Tonart vereinen. Egal was die Teilnehmenden tun, sie werden das harmonische Spiel der Maschine nicht unterbrechen können. Es herrscht ein ultradynamischer Zustand, der jede Störung für seinen Selbsterhalt nutzen wird.

Schaltkreis – A Homeostat for the Harmony of the People

Schaltkreis is a mechanical painting that invites everyone present to participate in its construction while it uniting everyone in accordance with its own key. Whatever the participants’ actions will be, they will not interrupt the machine’s harmonious play. An ultradynamic state will reign that uses any kind of disturbance for its own self-preservation.

Performative Installation / mit Flying Moon in Space / von Alexander Zenker, 15. Juli 2017 / 20:00 / Interim

Alexander Zenker studiert Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Visual: Alexander Zenker

 

Foto_Alkin_tup_5Filmische Konstruktionen der Emigration im Yeşilçam-Kino (1960-1990)

Im Dissertationsprojekt werden die filmischen Konstruktionen im Feld des türkischen Yeşilçam-Kinos untersucht, die die Figur türkisch-deutscher Emigrant_innen erzeugen. Durch den Fokus auf filmästhetische Verfahren wird aufgezeigt, wie sich die Sichtbarmachung der Emigrant_innen in den Filmen ereignet.

Ömer Alkın ist Stipendiat des Avicenna Studienwerk e.V. und promoviert am Institut der Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Dissertation wird betreut von Timo Skrandies und Johanna Schaffer.

In my PhD project, which is dedicated to the films from the period of Yeşilçam-cinema, I analyze the filmic constructions which establish the figure of the Turkish-German emigrant. Particular emphasis is put on the aesthetic means which produce the emigrant as a recognizable figure.

Ömer Alkın is a PhD sholarship holder of the Avicenna Studienwerk e.V. The PhD project is based at the Institute for Media and Cultural Studies at the Heinrich-Heine-University Düsseldorf and is supervised by Timo Skrandies and Johanna Schaffer.

Foto: Ömer Alkın

 

 

Ida_Lorbach_WildeDas Wilde

Das Wilde, das Verwirrende, das sich nicht festschreiben lässt in Kategorien, die ich schon kenne. Zum Beispiel Begehren, das sich nicht einordnen lässt, ver-rückte Gedanken. Sofort ist da die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung, davor, Abneigung oder Unverständnis zu provozieren. In einem leicht zugänglichen Sexshop finde ich Magazine mit Bildern männlicher Körper, die für Männer gemacht sind. – Wie sähen Bilder aus, die für mich gemacht wären? Will ich Bilder nackter Männer sehen? Und wenn ja welche? Wenn das Normale so normal ist, wie kann es dann sein, dass sich eine Frau manchmal wie ein Mann fühlt, oder wie eine Frau, die nicht so ist, wie ihr widergespiegelt wird, dass „Frau“-Sein ist? Kann man mit dem Denken, mit wildem Denken, aus solchen vorgegebenen Feldern ausbrechen ohne direkt neue zu markieren, die wiederum stereotypieren?

Ida Lorbach studiert Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Schwerpunkte sind Malerei und Text sowie Arbeitsweisen, bei denen sich verschiedene Materialien, Techniken, Theorien und Disziplinen kreuzen. Sie ist Mitwirkende im Kollektiv für Text: kollektivfuertext.tumblr.com. Gemeinsam mit Isabel Paehr und Freya Chakour hat sie die Publikation 19,7×14,1 – Eine Zusammenarbeit veröffentlicht. 2016 arbeitet sie an ihrem Examensprojekt Das Wilde.

The Wild

The wild, the confusing – something that doesn’t fit into the categories I already know. A kind of desire, for example, that I can’t identify; dis-placed thoughts. Immediately there is a fear of social exclusion, a fear of provoking aversion, of running into a lack of understanding. In an easily accessible sex shop I find magazines with images of male bodies which were made for men. – How would images made for me look like? Do I want to see images of naked men? And if I do, which kind of images would that be? If the normal is so normal, how can it be that a woman feels like a man sometimes, or like a woman who is not how ‘being a woman’ is reflected to her? Can thinking, wild thinking be a tool to break out of these predefined fields without instantly marking new ones, that in their turn stereotype?

Ida Lorbach is studying Fine Arts at the Kunsthochschule Kassel. Her main fields of study are painting and text, with a focus on working processes where different materials, techniques, theories and disciplines intersect. She is part of a Collective for Text: kollektivfuertext.tumblr.com. In cooperation with Freya Chakour and Isabel Paehr, she has published 19,7×14,1 – A Work Together. She will be working on her exam project titled The Wild in 2016.

Foto: Ida Lorbach

 

Sorayas Zeichnung

faridee-drawing15x10coloreditEin Schwarz/Weiß-Foto aus dem Jahr 1972 zeigt meine Mutter und meine Tante auf einer Hochzeitsparty in Teheran. Kurz nachdem der Fotoabzug entstand, übermalte meine Mutter die nackten Knie ihrer älteren Schwester, weil sie fand, dass das Kleid meiner Tante und damit auch das Foto so besser aussieht. Nach der islamischen Revolution 1979 wiederholten viele Menschen im Iran, vor allem viele Frauen, diese Handlung meiner Mutter. Sie allerdings taten dies aufgrund ihrer neu angenommenen religiösen und politischen Haltung.

In meinem Meisterschüler*innen-Projekt gehe ich dem persönlichen Eindruck nach, den dieses Foto auf mich macht (und beschäftige mich mit den Grenzen der Scham). Ich analysiere das von Soraya übermalte Foto und arbeite entlang ihrer Bildhandlung weiter – durch Vergrößern, Zeichnen, in Schichten aufteilen und so weiter.

Azar Pajuhandeh ist in Teheran, Iran geboren und hat an der Tehran University of Arts Produktdesign und an der KHK bildende Kunst studiert. Sie macht ihr Meisterschüler*innenjahr an der KHK 2016 bei Johanna Schaffer und Björn Melhus, unterstützt durch ein Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie lebt in Berlin.

Scan / Zeichnung: Azar Pajuhandeh

fritz_laszlo_weberTower Power Point (Arbeitstitel)

Tower Power Point ist ein Video-Projekt, das die Geschichten, Bedeutungen und Funktionen von Signal sendenden Türmen in Südosteuropa betrachtet. Die Türme werden in diesem Kontext als ein zentrales und zentralisierendes Element von urbanen Systemen, Communities/Gruppen und Kommunikationsstrukturen verstanden.

Fritz Laszlo Weber studiert an der Kunsthochschule Kassel. Er arbeitet an und über Schnittstellen politischer Prozesse und technologischer Systeme.

Tower Power Point (working title)

My video project Tower Power Point will look at at the histories, meanings and functions of signal sending towers in Southeast Europe. In my project, towers will be viewed as a central and centralizing element of urban systems, communities/groups and communication structures.

Fritz Laszlo Weber studies at the School of Art and Design Kassel. He produces work on and within intersections of political processes and technological systems.

 

tup1spellDe – Learning by Playing

spellDe ist ein Kartenspiel für Kinder ab fünf Jahren, für die Deutsch eine Fremdsprache ist. Es soll ihnen die Möglichkeit geben, sich spielerisch einen Basiswortschatz der deutschen Sprache anzueignen, bevor sie in die Schule kommen. Das Spiel kann mit gängigen im Haushalt, Kindergärten und Grundschulen vorhandenen Mitteln selbst hergestellt werden. Benötigt werden dafür ein internetfähiger Computer, ein Farbdrucker, DIN-A4-Papier und eine Schere. Das fertige Spiel ist einfach zu transportieren und passt in nahezu jede Tasche.

Isabelle Zaki studierte Grafik Design und Redaktionelles Gestalten an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Arbeit konzentriert sich auf gestalterische Konzepte, Corporate Design, Verpackungsdesign und Informationsdesign.

Abbildung: Isabelle Zaki

 

Kumi_KawaharaDer Wind kämmte alles.

Als Fotografin treibt mich ein Begehren nach Ästhetik an, gleichzeitig habe ich Mühe, dieses Begehren zu akzeptieren. Diese Spannung lässt mich fotografieren. Woher kommt dieses Begehren nach Schönheit, seit wann und warum hält es mich besetzt? Um dies zu verstehen und darin eine Ordnung zu finden, reiste ich nach Dingle, Irland. Es entstand ein Fotobuch.

Kumi Kawahara, geboren in Sagamihara, Japan, schloß 2008 ihr Erststudium Jura und Politikwissenschaft an der Chuo-Universität, Tokio ab. Seit 2010 studiert sie Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel mit Schwerpunkt auf Fotografie und Druckmedien. Sie zeigt ihre Abschlussprojekt im Oktober 2015.

Foto: Kumi Kawahara, Der Wind kämmte alles

 

 

Alamat

Die iranische Zeremonie Aschura ist an Männerdarstellungen gebunden – Männer tragen ein aufwändiges Alamat auf ihren Schultern, während andere Männer ihnen bewundernd zusehen. Der Träger des Alamat ist der Mächtigste unter ihnen, und dies muss präsentiert werden. Symboliken und Muster des Alamat wiederholen sich jährlich in der Aschura Zeremonie, durch die das Märtyrertum Husseins, des Enkels Mohammads, betrauert wird. In der Wiederholung etabliert sich die religiöse und gesellschaftliche Bedeutung der Aschura Zeremonie. Urbanismus und Staatsgewalt transformieren das Alamat zu einem luxuriösen und reich verzierten Ritualobjekt. Wie ist es möglich, die im Iran etablierten mit Religion, Macht und Sexualität verbundenen Symbole in Frage zu stellen? Meine Alamat-Objekte verschieben die Konvention, dass die massiven Alamats nur von Männern getragen werden können, und sie betonen Codes der Weiblichkeit. Sie sind klappbar und tragbar wie ein Buch – die Metallarbeiten des Alamat-Herstellers werden durch Buchbinderei-Prägung der Künstlerin ersetzt, und die Ornamentik meiner Alamats überschreibt etablierte religiöse Deutungen gezielt mit profanen Dimensionen.

Azar Pajuhandeh ist in Teheran, Iran geboren und hat an der Tehran University of Arts Produktdesign studiert. Seit 2010 studiert sie, gegenwärtig unterstützt durch ein Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung, bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Sie lebt in Berlin.

Foto: Olga Holzschuh, “Alamat” (Azar Pajuhandeh)

 

Kata_RöserParadise Island (Arbeitstitel)

 

Paradise Island ist die Geschichte von Maschka, einer jungen Wissenschaftlerin, die nach mehrjähriger Abwesenheit wieder Arbeit in der Nähe ihres Herkunftsortes findet. Hier versucht sie im Reagenzglas gezogene Steaks zu optimieren, glücklich zu sein und mit Hilfe von Aufzeichnungen, die der Großvater für sie aufbewahrt hat, ihre Eltern zu verstehen. Beide  waren Anhänger einer pseudowissenschaftlichen esoterischen Bewegung. Als Maschka noch sehr klein war, verließen sie die Familie, um eine sagenumwobene Insel zu suchen, die ideal für ihre Beobachtungen sein sollte.

Paradise Island (Arbeitstitel) wird zunächst in einer sehr kleinen Auflage erscheinen und soll paralell als Motion Comic veröffentlicht werden.

Katharina Röser wurde in Karlsruhe geboren und ist dort aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin an der Carl-Hofer-Schule begann sie an der Kunsthochschule Kassel Illustration zu studieren. Momentan arbeitet sie an ihrem Examen.

Motion Comic: Katharina Röser

 

Süße Zitronen

Wie wirkt sich das Leben meiner Mutter auf mein Leben aus? Wo sind Parallelen und Ähnlichkeiten? Woher kommen die Unterschiede? Wie symbiotisch oder kritisch kann (oder will) ich als Tochter über die Entscheidungen meiner Mutter nachdenken? Welche Erwartungen gilt es zu erfüllen, und woher stammen diese eigentlich?
Burcu Türker hat an der Kunsthochschule Kassel Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Comic und Illustration studiert. Süße Zitronen, ihr Abschlussprojekt, fühlt auf knalligen mit Ölkreiden gezeichneten Seiten diesen Fragen nach.

Sweet Lemons

How does my mother’s life affect mine? What do we have in common? And how are we different? How symbiotically or critically do I want to reflect upon my mother’s decisions? Which expectations do I have to fulfill, and where are these expectations coming from?

Burcu Türker finished her degree in Visual Communication at the Kunsthochschule Kassel with an emphasis on comics and illustration. Sweet Lemons, her final degree project, illustrates those questions above on colourful pages drawn with oil pastels.

Abbildung/Image: Burcu Türker

 

Eine gestaltungsbasierte Untersuchung von Plakaten in China und in Deutschland

Vor sieben Jahren wurde in Peking eine Plakatausstellung mit dem Titel “Dialog” gezeigt. Die deutsch-chinesische Kooperation verband verschiedene kulturelle Aspekte und einzigartige stilistische Mittel in einer gemeinsamen Idee. “Dialog” präsentierte eine Vielzahl unterschiedlicher Plakate zu ebenso verschiedenen Themen. Doch so unterschiedlich die Plakate auch waren, gab es doch Gemeinsamkeiten in der Bildsprache der Designer. Doch wie genau entsteht diese GegensätzlichkeitIch habe mich in den vergangenen sieben Jahren mit dieser Frage beschäftigt.

Xi Wang studierte Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Redaktionelles Gestalten an der Kunsthochschule Kassel. Sein Abschlußprojekt präsentierte er im Januar 2015.

Foto: Xi Wang

 

Erinnerungskonstruktionen/Migration. Memory Construction/Migration

Darstellungen von Migrant_innen basieren oft auf Stereotypisierungen, die Migrant_innen minorisieren, aber Personen, die nicht Migrant_innen sind, eine privilegierte und der Bewertung fähige Betrachter_innenposition zur Verfügung stellen. Erinnerungskonstruktionen spielen in diesen Repräsentationsprozessen eine große Rolle. Durch Personifizierung in den Erzählungen werden Erinnerungskonstruktionen mit der Qualität der Unverfälschtheit und Unbeeinflusstheit ausgestattet. Begriffspaare wie ‚arm’ und ‚wohlhabend’, ‚neu’ und ‚alt’, ‚zivilisiert’ und ‚unzivilisiert’ spiegeln sich wie Positiv und Negativ in diesen Repräsentationen. Die so hergestellten Differenzen manifestieren sich in Bildern voller Polaritäten und verschließen sich einer möglichen Kritik. Wie kann ich auf die spezifischen Erfahrungen der Migrant_innen aufmerksam machen und die damit verbundenen Strukturen thematisieren, ohne diese Strukturen in ihrer Darstellung neuerlich zu bestätigen?

Representations of migrants are often informed by stereotyping, which minoritises migrants while placing non-migrants into a privileged position that affords them the role of informed observer. The subject of memory plays an important role in such processes of representation. Through the telling of stories from personal perspectives, remembrances take on a quality of authenticity and genuineness. Paired terms such as “poor” and “well-to-do”, “new” and “old”, “civilised” and “uncivilised” become positive and negative reflections of each another in these forms of representation. The differences produced through such processes manifest themselves in opposition-laden images that preclude the possibility of criticism. How can I bring attention to the specific experiences of migrants and address the structures that are associated with them, without validating these structures once more through their representation?

Julia Bavyka, geboren in Petropavlovsk/Kasachstan, lebt in Berlin und Kassel/Deutschland; studierte Architektur an der Universität Kassel; seit 2007 Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel.

Julia Bavyka, born in Petropavlovsk, Kazakhstan, lives in Berlin and Kassel, Germany; commenced studies in architecture at the University of Kassel; since 2007 at the School of Art and Design Kassel in Visual Communication.

Ungeklärte Situation, 2014 (Ausstellungsansicht). Installation mit vertikalen und horizontalen Elementen und mit Texten. Holz, Trapezblech, Geschenkpapier, Abdeckplane, Mappe, A4 Papier, Papierbogen aus Notizbuch, Nägel, Scharniere. documenta-Halle (Examensausstellung), Kassel, 2014 (Foto: Julia Bavyka)

Ungeklärte Situation (Unresolved Situation), 2014 (installation view). Installation with vertical and horizontal elements and text. Wood, corrugated sheet metal, wrapping paper, tarpaulin, folder, A4 paper, sheet of notebook paper, nails, hinges. documenta-Halle (Examensausstellung), Kassel, 2014 (Photo: Julia Bavyka)

 

Bloß.

Ältere Interessensstränge aufgreifend und erweiternd durch die Beschäftigung mit unterschiedlichen Formen des (Ausstellungs-)Displays untersucht die Abschlussarbeit Bloß. unter einer explizit kritischen, queeren Perspektive Sexualität und Begehren in einem kleinbürgerlichen Kontext. In Form von Objekten und Installationen und einem gezielten, sensitiven Gebrauch verschiedenartiger Materialitäten wird ein mit vielen Zwängen und Tabus behafteter, häufig dichotom und normativ geordneter Ausschnitt von Welt verhandelt. Verunsicherung, Scham und Mut sind dabei integrativer Bestandteil dieser Vertiefungen.

The final project Bloß. takes up and expands upon earlier interests through an investigation of various forms of (exhibition) display, utilising an explicitly critical, queer perspective on sexuality and desire in a petty bourgeois context. Featuring objects and installation, and a conscious, sensitive use of diverse materials, it brings an often dichotomous and normative slice of the world into negotiation through a host of prohibited and taboo-laden gestures. Uncertainty, shame and bravery go hand-in-hand in these depths.

Stefan Bast ist Absolvent der Studiengänge Bildende Kunst und Kunstpädagogik an der Kunsthochschule Kassel.

Stefan Bast is a graduate of Fine Art and Art Education at the School of Art and Design Kassel.

Foto: Stefan Bast, Installationsansicht der Arbeit o.T. (inner) in der Ausstellung Bloß. (Galerie Coucou) im Oktober 2014.

 
 

Praesens || Präsens

Im Zentrum meiner Arbeit Praesens || Präsens steht die polnische Architekturmoderne. Standen noch in den 1920er/30er Jahren die Architekten der Gruppe Praesens im Mittelpunkt eines europäischen Denkens, sind sie heute weitestgehend aus dem westeuropäisch dominierten Architekturdiskurs verschwunden.

Ich beobachte, wie Architektur auf vielen Ebenen einem permanenten Wandlungsprozess ausgesetzt ist; der kritischen Beurteilung, der öffentlichen Wahrnehmung sowie der individuellen Aneignung. Kontexte verändern sich, gesellschaftliche Notwendigkeiten, politische Systeme, Moden. Meine künstlerische Praxis ist Zeugnis dieser Verschiebungen. Eine Verschiebung, oder auch Bewegung, die ich in der Arbeit in Archiven und der eigenen Fotografie in und im Umfeld von Architektur ebenso mache. Unter diesen Bedingungen erfahren meine Beobachtungen eine Umformulierung, suchen nach bildnerischen Alternativen und erproben neue künstlerische Mittel.

Die Arbeit Praesens || Präsens ist eine Überlegung zur Lesbarkeit von Architektur, der Interpretation von Architekturfotografie und den sich verändernden Bedingungen, unter denen beides zu verstehen ist.

Maja Zirkus studierte an der Kunsthochschule Kassel im Fachbereich Visuelle Kommunikation.

Bild: Montage, Maja Wirkus, unter Verwendung einer Seite aus ARCHITEKTURA i BUDOWNICTWO [ Architektur und Bauwesen], Ausgabe 11, 1935, S.73

 

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Eric Pries studierte an der Kunsthochschule Kassel Freie Kunst.
Foto: Eric Pries

Newsreel 55

She finally came up to me // put a blue cap on my head // and tied a red scarf around my neck. What image would I have shot // if I had had a camera in 1989? The real image of the past // whooshes by. Shattered images // that not even memory or celluloid tape // can wrest from oblivion.

(excerpt from the Newsreel 55, Nika Autor, Marko Bratina, Ciril Oberstar, Jurij Meden, 31′, 2013 )

Newsreel 55 is a compilation of quotations, archival footage and footage of current events relating to the territory of the former Socialist Federal Republic of Yugoslavia, with a special focus on Maribor, the former country’s third-largest industrial center. It explores questions that relate to the social and political shifts of the 20th century and that have shaped the city’s economic, political and social dynamics; a city of occupation, a city of industrialisation and deindustrialisation, and a city marked by the disintegration of the state. These periods are presented through the eyes of the generation that grew up during the transition between two systems, when it could only watch in silence the rise of capitalism in its most ominous aspects. How can images be used today, and what political impact and power do they have? What issues do they raise with regard to the class struggle of today?

Nika Autor, born in 1982, Yugoslavia. Works in the field of contemporary art. She finished her studies at the Academy of Fine Arts in Ljubljana. She is part if the collective Newsreel Front (Obzorniška Fronta). Her work has been presented in national and international galleries and festivals; Film d’actualites- l’actu est a nous /Jeu de Paume, Paris, France; Between Worlds II, Gallery Miroslav Kraljevič, Zagreb, Croatia; U3, 7th Triennial of Contemporary Art in Slovenia, Ljubljana; Shifts in Time: Performing the Chronic, MUMOK, Vienna, Austria; Alternative film/video, Festival novog filma i videa, Beograd, Serbia.

Foto: Filmstill Newsreel 55 (Nika Autor)

Lucky you! 

In dem Animationsfilm “Lucky you!” geht es um eine kurze Begegnung zwischen einem Mann, der für die Müllabfuhr arbeitet, und einer Katze, die alleine durch die Strassen zieht. In dieser Begegnung deutet sich ein Umgang mit den Rhytmen des Alltags an und mit persönlichen Grenzen und Freiheiten. Der Kurzfilm wird mit Knete auf Glas gemalt. Diese Technik ermöglicht den direkten Kontakt zum Material und bestimmt meist intuitiv den Fluss der Erzählung.

Evgenia Gostrer finished a communication design und illustration degree at the Polytechnical College of Applied Sciences Munich. Since 2007 she has been studying animation at the School of Art and Design Kassel. Filmography: The Rhythm of the Everyday Live, 2008; Waves of Time, 2009; Trailer for the Monstra Festival (Co-Director: Ines Christine Geisser), 2011; Framed, 2013

Evgenia Gostrer studierte Kommunikationsdesign und Illustration an der Fachhochschule München. Seit 2007 studiert sie Trickfilm an der Kunsthochschule Kassel. Filmografie: Rhythmus des Alltäglichen, 2008; Zeitwellen, 2009; Trailer für das Monstra-Festival (Co-Regie: Ines Christine Geisser), 2011; im RAHMEN, 2013.

Foto: Filmstill Lucky You! (Evgenia Gostrer)

 

A Project on Female Narcissism in Social Networks (Facebook / Twitter / Instagram )

The research for my diploma work is focused on: femininity as it is played out purposefully or unknowingly in social networks // female narcism in social networks // self-positioning and self-fashioning // privacy and publicness.

Olga Holzschuh has been studying visual communication with an emphasis on photography at the Kunsthochschule Kassel since 2007.

Die Recherche zu meiner Diplomarbeit stellt Fragen: nach dem bewussten und unbewusstem Spiel mit Weiblichkeit in social networks // nach dem Narzissmus von Frauen in social networks // nach Selbstsetzung und Selbststilisierung // nach Privatheit und Öffentlichkeit.

Olga Holzschuh studierte Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Kunsthochschule Kassel.

Foto: Olga Holzschuh

 

RGB 

RGB ist ein technisches Experiment mit dem täglich gebrauchten RGB-System. Ein Beamer und eine Photokamera sind die Protagonisten, das sich produzierende und jeden Moment ändernde Bild das Resultat.

Kati Liebert graduated at the Kunsthochschule Kassel and was Meisterschülerin of Johanna Schaffer in 2012-13. From November 2012-March 2014 she was research assistant in the department of Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation.

RGB is a technical experiment that deals with RGB as a daily used system. Beamer and photocamera are its protagonists, its result is the image as a product of moment and change.
Kati Liebert ist Absolventin der Kunsthochschule Kassel und war 2012/2013 Meisterschülerin von Johanna Schaffer.Von November 2012März 2014 war sie wissenschaftliche Hilfskraft in dem Bereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation.

Foto: Kati Liebert

 

Kvar Performance Politics research project

My project focuses on transnational artistic and cultural production in Serbia engendered in antagonistic relation with the local gender regulative structures, processes of transition from socialism to capitalism, EU integration and Yugoslavian wars. Tracing recent local proposals for the politics of interconnectedness and exploring historical genealogies of gender and political difference, the project looks at transnational encounters as spaces of critique and spaces of negotiations driven by the desire of transforming subjectivities into actors less entangled with hierarchical and exploitative social relations and less defined by different intersecting violent vectors of power. More at divercitylab. For another ongoing project see also pfuschbaustelle.

Ivana Marjanović, born in Yugoslavia; lives in Vienna since 2006; is an art historian, cultural studies researcher, author, curator and cultural producer in the field of contemporary arts and theory; co-founder of the Kontekst Gallery in Belgrade, member of Kontekst Collective and AICA section in Serbia.

 

Freie Katze

Mein neuer Nachbar ist Veterinärarzt und hält sich sechs Katzen, von denen zwei freien Auslauf genießen. Eine ist weiß und krank. Es könnte ein Pilz sein, denn sie hat fiesen Schorf um die Nase. Die zweite ist rot-weiß getigert und sehr athletisch. Ich denke, sie ist im besten Alter, und ich denke, sie weiß das auch. Meistens sehe ich die beiden in Nachbars Vorgarten sitzen. Die athletische, rot-weiß Getigerte traut sich auch in meinen Garten hinter dem Haus. In meinem Vorgarten war sie noch nicht. Sie ist ein Alphatier – ich glaube, sie ist die Ranghöchste Katze in der ganzen Straße.

Dann ist da noch eine zweite rot-weiß getigerte Katze. Sie ist etwas übergewichtig und hat starke Probleme beim Atmen. Es wäre möglich, dass sie schon älter ist. Sie ist ein sehr zutrauliches Tier und taucht ab und an ebenfalls im Garten hinter dem Haus auf. Wo sie herkommt, weiß ich nicht. Treffen die beiden rot-weißen Katzen dort aufeinander, ist die Rangordnung sofort ersichtlich.

Die vierte Katze in der Nachbarschaft ist dunkelgrau getigert, noch sehr jung, neugierig und verspielt. Sie ist maximal ein halbes Jahr alt. Ich habe sie beobachtet, wie sie in meinem Vorgarten Käfer, Fliegen und Grashalme gejagt hat. Außerdem versteckt sie sich oft hinter der Biotonne und beobachtet Vögel. Ich denke, sie gehört den Nachbarn gegenüber, denn dort sitzt sie oft im Hof und putzt sich. Und weil die Tierwelt nunmal so funktioniert, wird sie (auch wenn, oder gerade weil sie so süß ist) regelmäßig von der arroganten Katze meines Nachbars gejagt, wenn sie versucht, die Straße in Richtung meines Grundstücks zu überqueren. Ich habe nun beschlossen, diese Demonstration von Macht durch körperliche Überlegenheit zu sanktionieren, weshalb ich selbst nun regelmäßig Nachbars rot-weiß getigerte, athletische Alphakatze von meinem Grundstück verjage oder sogar in Nachbars Vorgarten böse anschaue.

Die beiden freundlichen, aber unterlegenen Katzen genießen sowohl in meinem Vorgarten als auch hinter dem Haus schützende Maßnahmen. Ebenfalls habe ich Brekkies und Whiskas gekauft und versuche, die schwächeren Katzen körperlich aufzubauen. Ich versuche jetzt vorausschauend zu denken: Als nächstes könnte ich mir eine eigene Katze zulegen.

Danielstubenvoll.de