SoSe 2024

DIE ‘THEORIE & PRAXIS DER VISKOM’ IST EIN ARBEITSBEREICH (DH KEINE KLASSE)

Die ‘Theorie & Praxis der Visuellen Kommunikation’ ist als Arbeitsbereich organisiert und nicht als ‘Klasse’. Das bedeutet, dass die Lehrveranstaltungen und die Projekte, die hier angeboten werden, allen Studierenden der KhK / der Uni Kassel offen stehen. Genauere Informationen zu Anmeldungen und Wünschen der Lehrenden in Bezug auf Verbindlichkeit finden sich in den Beschreibungen der LVs bzw. der Projekte.

Und voilà der Link zum allgemeinen ->  KhK Kalender

Erinnerung vermitteln. Gedenken gestalten.

Nordbau, TuP Arbeitsraum = 0325
Donnerstags, 14:00–17:00 Uhr (pünktlich)
Lehrende: Miriam Schickler

Anmeldung bis zum 16.04.2024 bei miriam.schickler@uni-kassel.de

18.04., 02.05., 23.05., 06.06., 20.06., 04.07.

Die Art und Weise, wie wir uns auf die Vergangenheit beziehen, beeinflusst, wer wir in der Gegenwart sind. Schon allein deshalb sind Erinnerung und Gedenken nicht nur im post-nazistischen Deutschland weiterhin stark umkämpfte Felder. In diesem Seminar nähern wir uns über ausgewählte Texte den verschiedenen Dimensionen öffentlicher bzw. kollektiver Erinnerung sowie dem Gedenken an diverse gewaltvolle Ereignisse. Anhand audiovisueller Beispielen (Film, Hörspiel, Digital Media, Illustration etc.) werden wir verschiedene Fragen kritisch erörtern, die sich vor allem an Gestalter*innen und Künstler*inenn richten, wenn es darum geht, Erinnerung zu vermitteln.

Für die Teilnahme am Seminar inklusive vorbereitendem Lesen ausgewählter Texte gibt es einen Teilnahmenachweis (‘Schein’) über 2 SWS.

 

Visual: Saskia Kaffenberger

Überfordernde Realitäten – Gespräch, Recherche und Projekt zu Rechtsextremismus als Medienpraxis

mit Simon Strick, Tobias Zarges, Johanna Schaffer und Joel Baumann

18.04.24 – 15.05.24

Anmeldung Projekt (max. 15 Studierende) bis 17.04.24 an tobiaszargesATuni-kassel.de

Anmeldung für das online stattfindende Gespräch mit Simon Strick (für alle Interessierten) bis 17.04.24 an saskia.kaffenbergerATstudent.uni-kassel.de

Gemeinsam werden wir zu zeitgenössischen rechtsextremistischen und faschistischen Medienpraktiken recherchieren und dabei Strategien und Formen von Diskriminierung und Desinformation besprechen, um diesen im Anschluss durch eigene Produktionen andere Antworten und Automatismen, Wirklichkeiten und Orientierungen entgegenzuhalten.

Ausgangspunkt wird ein Online stattfindendes Gespräch mit Simon Strick sein, der uns von seiner Forschung zu Rechtsextremismus und Faschismus berichten wird. Das Gespräch ist für alle offen (es gibt vorbereitend zu lesende Textausschnitte, die nach Anmeldung zugeschickt werden). Darauf aufbauend werden wir mit einer Gruppe von Studierenden an der Umsetzung von Projekten arbeiten. (Simon Strick ist für den Vortrag und die gemeinsame Präsentation und Diskussion am 15.05.24 mit dabei)

18.04.24, 15 – 17.30 online, Simon hält einen Vortrag, wir sammeln Recherche-Bausteine aus dem Vortrag zusammen.

24.04.24, 15 – 17.30 Projektstart und Verteilung Recherche-Hausaufgaben, TuP Arbeitsraum, Nordbau 0324

03.05.24, 15 – 17.30, erster Online Check-In: Wie gehts Euch mit der Recherche, konzipiert ihr schon ein eigenes Projekt?

08.05.24, 13 – 15.30, zweiter Online Check-In: Wie gehts Euch mit dem eigenen Projekt?

15.05.24, 13 – 18.00, Gemeinsame Präsentation und Diskussion der jeweiligen Projekte mit Simon, Tobias, Johanna und Joel

Und wenn wir danach noch Lust haben weiterzumachen, können wir später im Semester über eine Rundgangspräsentation der jeweiligen Projekte sprechen.

Für die Teilnahme am Projekt gibt es einen sogenannten ‘Theorieschein’ über 1 SWS, nachdem die eigene Recherche im Projekt vorgestellt wurde.

 

Visual: Saskia Kaffenberger

Kolloquium der Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation

Übung: Miriam Schickler, Johanna Schaffer
Nordbau, tup Arbeitsraum = 0325
Mittwoch 14-tägig, 16.00 – 18.30 (pünktlich)

17.04., 8.05., 22.05., 05.06., 19.06., 03.07.

Anmeldungen bis 16.04.2024, bitte bei Saskia Kaffenberger, saskia.kaffenberger(AT)student.uni-kassel.de

Im Kolloquium gemeinsam diskutiert werden Konzepte, Projekte und Abschlussarbeiten. Das Kolloquium ist offen für Studierende aller unterschiedlichen Semester und Studiengänge. Es bietet die Möglichkeit, über die eigene Arbeit und die Projekte anderer Studierender aus verschiedenen Praxisperspektiven zu diskutieren. Und: das Kolloquium ist für den Verlauf des Semesters verbindlich. Zum ersten Treffen können alle Interessierten kommen, ab dem zweiten Treffen gilt: die, die mitmachen, kommen zu jedem weiteren Treffen. Weitere Spielregel: jede der anwesenden Studierenden diskutiert ein Mal im Semester ein eigenes Projekt mit und vor der gesamten Gruppe. Das Kolloquium findet in Präsenz statt (nachdem wir immer noch in pandemischen Verhältnissen arbeiten, gibt es bei Bedarf und nach Rücksprache für Teilnehmende die Möglichkeit, online zuzuhören).

Visual: Saskia Kaffenberger

Stilübungen

Vier Nachmittage über das Lesen und Schreiben narrativer und argumentativer (grafischer) Texte.

Workshop mit Nino Bulling und Johanna Schaffer
17.06.24 – 20.06.24, jeweils 14.00 – 17.00 Uhr

Raum: 17.06.24 im Arbeitsraum der TuP, Nordbau RaumNr 0325, 18.6.-20.06.24 im Seminarraum der Illuklasse, Nordbau RaumNr 1070
20 Studierende max.
Anmelden bis 11.06.24 bei saskia.kaffenbergerATstudent.uni-kassel.de

Womit wir arbeiten werden:
1.
Stilübungen ist ein Buch, das Raymond Queneau 1947 erstmals in Frankreich veröffentlichte. Der französische Wikipedia-Eintrag dazu lautet (in der deepl Übersetzung): “Inspiriert von Johann Sebastian Bachs Die Kunst der Fuge besteht Raymond Queneaus Buch aus einer kleinen harmlosen Geschichte, die auf 99 verschiedene Arten erzählt wird”. 

2005 adaptierte Matt Madden das Konzept für das Medium Comic. 99X: Exercises in Style exerziert dieselbe Anekdote in 99 verschiedenen grafischen und narrativen Stilen durch.

2.
Ursula Le Guin, 1998: Steering the Craft: Exercises and Discussions on Story Writing for the Lone Mariner and the Mutinous Crew.
Und:
Daša Drndić, 2007/2015: Sonnenschein. A. d. Kroatischen von Brigitte Döbert & Blanka Stipetić. “Eine Mutter wartet auf ihren Sohn. 62 Jahre zuvor ist er von den Nazis aus Gorizia, einer Stadt an der italienisch-slowenischen Grenze, entführt worden. Hier hatte sie als junges Mädchen eine Affäre mit einem SS-Offizier… Sie stößt auf andere Schicksale, liest Zeugenaussagen, betrachtet Fotos und Erinnerungsstücke.” Dieses Buch haben wir auch ausgesucht, um darüber zu sprechen, wie Autor:innen in narrativen Texten auf eigene Recherchetätigkeit und Recherchematerial verweisen können; und welche formalen Marker es braucht, um Faktizität in einem Text zu kennzeichnen.

3.
Wikipedia: „Die Genre-Theorie (von frz. genre für Gattung bzw. Stil) klassifiziert typische Merkmale erzählerischer literarischer oder filmischer Werke.“ Schaut man in ein konventionelles Scriptwriting-Handbuch, so ist Genre eine handwerkliche Konstruktion, die hilft, die Form einer Erzählung, ihre Grundstimmung, Thema, Charaktere und Handlung zu bestimmen. Ist Genre Leitplanke oder eher Staßensperre? Genre, sagt der*die US-amerikanische*r Dichter*in Eileen Myles, ist wie Gender. Dey zitiert Amber Hollibaugh: „ Bei Gender/Genre geht es nicht darum, was du tust, sondern darum, wer du denkst, dass du bist, wenn du tust, was du tust.”

Mit diesem Kurs wollen wir vorschlagen, beim Schreiben unterschiedliche Rhytmen, Stile und Sounds auszuprobieren.

 

Visual: Saskia Kaffenberger