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TEIL-AUTONOMIE-WEITER-DENKEN, Teil 2

Jan Peters / Joel Baumann / Johanna Schaffer / Jan Mensen / Jero van Nieuwkoop / Gäste
Montag 13.05.2019
18-20h, Hörsaal

Drei Abende im Sommersemester 2019, eine kleine Vortragsreihe mit anschließender Diskussion: Anschließend an das Autonomie-Symposium, das während des Rundgangs 2018 an der KhK stattfand; und anschließend an die mittlerweile über zehn Jahre alten Bemühungen, die Teilautonomie der Kunsthochschule zu stärken, veranstalten wir eine kleine Vortragsreihe im Lehrveranstaltungsformat zum Thema: Teil_Autonomie der KhK weiter denken. Geladen sind Peter Altvater (einer der Autoren der 2011 veröffentlichten Studie zu den Ressourenflüssen zwischen der Uni und der KhK Kassel), sowie Martin Henatsch (Rektor der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) und Stefanie Meyer (Geschäftsführerin der teilautonomen Kunsthochschule Mainz).

Die ersten beiden Lehrveranstaltungstermine werden aufgezeichnet. Die Veröffentlichung der Aufzeichnung der Vorträge ist beabsichtigt. Wer ein kurzes Protokoll der drei Veranstaltungen schreibt, kann einen Teilnahmenachweis für die Lehrveranstaltung erhalten.

2. TEIL-AUTONOMIE-WOANDERS
Die Kunsthochschule Mainz ist seit 1972 in die Johannes Gutenberg-Universität integriert und somit die einzige mit der Kunsthochschule Kassel vergleichbare teilautonome Kunsthochschule in Deutschland. 2010 wurde sie, fast zeitgleich mit der Kunsthochschule Kassel, aus der Fachbereichsgliederung der Universität Mainz herausgelöst.

Aber anders als der Kunsthochschule Kassel ist es der Kunsthochschule Mainz sehr wohl gelungen, dadurch wesentlich mehr an Eigenständigkeit in Bezug auf ihre Selbstregierung zu erreichen. Wir freuen uns auf die Vorträge von und die Diskussion mit Dr. Martin Henatsch (Rektor) und Stefanie Meyer (Geschäftsführerin), die uns den Blick über den Tellerrand ermöglichen werden.

Visual: Jan Mensen

teaching guests

Eva Egermann ist Künstlerin und lebt in Wien. Sie arbeitete in unterschiedlichsten Medien und Kollaborationen (wie z.B. der Manoa Free University oder den Gruppen GirlsOnHorses, und a room of ones own). Studium Konzeptuelle Kunst bei Renée Green und Marina Grzinic, sowie in Kopenhagen bei Julie Ault und Yvette Brackman. Neben zahlreichen künstlerischen Projekten sind Publikationen (z.B. Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird oder Class Works) und kuratorische Projekte (z.B. 2 or 3 Things we’ve learned. Intersections of Art, Pedagogy and Protest oder On Uncanny States and Bodies) entstanden. Sie war Teil der Forschungsgruppe von „Model House. Mapping Transcultural Modernisms“, Visiting Researcher an der U.C. Berkeley im WS 2014/15 und ist Dissertantin im PhD-in-Practice-Programm an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Seit 2012 Herausgabe des Crip Magazine, Internationale Ausstellungs- und Lehrtätigkeit (an Universitäten in Wien, Linz, Innsbruck, Luzern und Zürich); seit 2018 Mitglied im Kernteam des Forschungsnetzwerks „Disability Studies Austria“; Ihre Arbeiten wurden z.B. mit dem Johanna Dohnal Preis, dem Theodor Körner Preis 2015 für Wissenschaft und Kunst, dem Outstanding Artist Award 2016 (Anerkennung Interdisziplinarität) oder dem Staatsstipendium Bildende Kunst ausgezeichnet. In ihrer Recherche-basierten Praxis beschäftigt sich Egermann mit widerständigen Praktiken, Aneignungen, Sozialen Bewegungen und Popkulturen, die mit Devianz, Abnorm, Krankheit und Behinderung zu tun haben. Sie arbeitet mit Beispielen aus verschiedenen Zeiten und Orten, die Aufbegehren, Irritation oder Widerspruch innerhalb ästhetischer Repräsentationen von Unbeschädigtheit auslösen. Verschiedenste Materialien finden sich in ihren künstlerischen Projekten wieder.

 

 

Nataša Ilić, als internationale Gastdozentin im SoSe 17. Sie hat einen Schwerpunkt/ein Projekt zum Thema Exhibiting and Curating as Practices of Translation unterrichtet. Nataša Ilić arbeitet als freiberufliche Kuratorin im Kuratorinnenkollektiv What, How & for Whom / WHW, das in Zagreb seine Basis hat. Mit WHW ist und war Nataša Ilić international für die wichtigsten gegenwärtigen Kunstkontexte tätig – in New York, Madrid, Hong Kong, Wien, Moskau, Zagreb, Utrecht, Antwerpen, Istanbul und an vielen anderen Orten der Welt. Sie konzipierte und organisierte mit WHW die 11. Istanbul Biennale 2009, im Jahr davor kuratierte sie den kroatischen Pavillion für die Biennale in Venedig. Für die Galerija Nova in Zagreb konzipiert sie seit vielen Jahren inhaltlich/ästhetisch beispielsetzende Ausstellungen, die in die ganze Welt hin ausstrahlen. Lehrveranstaltungen von Nataša Ilić:
Internationalization of the Western Gaze, or: Exhibiting and Curating as Practices of Translation
Practical Theory, Workshop
Theoretical Practice/Lecture Class (Vorlesung)

 

 

Bini Adamczak was teaching as a visting professor in the Department of Visual Communication during winter semester 2015/16 while Johanna Schaffer was on research leave. Click here for Bini Adamczak’s courses (most of them held in cooperation with Mareike Bernien). Bini Adamczak is an author and an artist, who works in the visual and performative fields. She studied philosophy and sociology in Frankfurt / Main where she also earned her PhD with a study on ‘Das Geschlecht der Revolution’ (Revolution’s Gender). As a public speaker and teacher she commutes in Europe’s academic as well as cultural fields (her books and texts are currently being translated into English, French, Spanish, Swedish, and Greek). Bini Adamczak lives in Berlin.

Bini Adamczak hatte im Wintersemester 2015_16 die Vertretungsprofessur der Visuellen Kommunikation inne und unterrichtete für die Theorie & Praxis der VisKom, während Johanna Schaffer im Forschungssemester war. Für Bini Adamczaks zum Teil gemeinsam mit Mareike Bernien abgehaltenen Lehrveranstaltungen siehe hier (link). Bini Adamczak arbeitet als freie Autorin und Künstlerin im visuellen und vor allem performativen Feld. Sie hat in Frankfurt am Main Philosophie und Soziologie studiert und dort in Soziologie mit einer Arbeit über „Das Geschlecht der Revolution“ promoviert. Als Vortragende und Lehrende pendelt sie im europäischen Raum sowohl im akademischen als auch im kulturellen Feld (ihre Bücher und Texte wurden und werden ins Englische, Französische, Spanische, Schwedische und Griechische übersetzt). Sie lebt in Berlin.

tup Mitarbeiter*innen

Charlotte Hermann studiert seit 2012 an der Kunsthochschule Kassel. Ihre Medienschwerpunkte sind Sprache und Text, Bewegungsimprovisation und Performance und Installation. Wiederkehrende Themen und BegleiterInnen sind Spiel, Witz, Ordnung und Flüchtigkeit. Ausgang des künstlerischen Forschens und Tuns sind oftmals Situationen, in denen nicht-intentionale (fragwürdige/übermütige/unverständliche/rätselhafte) Handlungen vollzogen werden, denen sie im Verfassen von Texten, Konzipieren von Installationen mit latentem Aufforderungscharakter oder Performances nachgeht. Sie war Teil des Kollektivs für Text, einem studentisch initiierten Raum und arbeitet weiterhin gern im Zusammenschluss mit KollegInnen, aktuell in der Tanz-/Performancegruppe dorthin, die an wöchentlich wechselnden öffentlichen Orten forscht und tanzt. Sie ist im Wintersemester 2018/19 studentische Hilfskraft im Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation

Anke Dyes ist Künstlerin und Autorin und arbeitet seit November 2018 als künstlerische Mitarbeiterin im Bereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation. Sie hat Kunst und Critical Studies in Leipzig und Wien studiert, hat an der HGB in Leipzig in der Klasse Expanded Cinema gearbeitet und war zuletzt Redakteurin bei Texte zur Kunst. Sie forscht seit längerem zur Performativität der Performance Art.

 Johanna Schaffer ist als Professorin im Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel tätig. Sie arbeitet als Theoretikerin und Lehrende, die sich für die politischen Dimensionen ästhetischer Prozesse interessiert, oft gemeinsam mit Gestalter*innen und Künstler*innen. Promotion an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg mit einer Arbeit über die Ambivalenzen der Sichtbarkeit. Aufbau eines praxisbasierten Doktoratsprogrammes und einer kunstbasierten Forschungsplattform, mit Tom Holert und Renate Lorenz, 2009 bis 2012 an der Akademie der bildenden Künste Wien. Lehrtätigkeit u.a. an der Universität für angewandte Kunst Wien, der Kunstuniversität Linz und der Design-Universität St. Pölten. johanna.schaffer(at)uni-kassel.de

Mitgearbeitet in der Lehre und Organisation haben auch:

Christine Seefried, als studentische Hilfskraft, im Sommersemester 2018.

Aline Benecke, von November 2017 bis Oktober 2018, als künstlerische Mitarbeiterin im Bereich Theorie & Praxis der visuellen Kommunikation. Sie forscht und arbeitet künstlerisch zu Konstruktionen kultureller Identität, zu identitätspolitischen Fragen und zur politischen Relevanz des Visuellen. Sie interessiert sich in ihrer Arbeit für de- und postkoloniale Theorien und für queeren und Schwarzen Feminismus. Ihr gegenwärtiges künstlerisches Forschungsprojekt wird realisiert als Serie von Workshops, Installationen, Essays und Performances im Rahmen des künstlerischen Doktorats an der Akademie der bildenden Kunst in Wien. aline.benecke(at)uni-kassel.de

Mareike Bernien, von Oktober 2012 bis September 2017, als künstlerische Mitarbeiterin im Fachbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation. Sie arbeitet als Künstlerin, Filmemacherin und Lehrende medial zwischen experimentellem Film, Hörspiel und Text. In ihren Arbeiten will sie Bilder als Material des Denkens produzieren. Dazu orientiert sie sich an historiographischen Praktiken, um ideologische Gewissheiten der Repräsentation, Produktionsmittel und historische Kontinuitäten zu hinterfragen. Es geht dabei weniger um die Herstellung vermeintlich neuer Bilder, als darum, die sozialen, ökonomischen und ideologischen Bedingungen, unter denen vorhandene Bilder hervor gebracht worden sind, zu bestimmen und zu reflektieren, um so einen veränderten Blick auf die Gegenwart und ihre Bildpraxen werfen zu können. Mareike Bernien arbeitet oft kollektiv und im Dialog mit anderen, wie langjährig mit ihrer Arbeitskollegin Kerstin Schroedinger. Sie wurde 2016 an der Akademie der bildenden Künste Wien mit einer Arbeit zu „Politiken der Farbe im Film“ promoviert. www.mar-ker.org

Robin Vehrs, im Sommersemester 2017 zusammen mit Freya Chakour als studentische Hilfskraft im Arbeitsbereich Theorie und Praxis der visuellen Kommunikation. Er studiert seit 2013 an der Kunsthochschule Kassel. In seiner ästhetischen Praxis interessiert er sich für die Verdrehung geläufiger Comicästhetiken, -herstellungsprozesse und -klischees. Seine Arbeiten reichen von Comics über Illustrationen und Filme bis zu Installationen, die oft auf humorvolle Weise normative Erwartungen von Repräsentation von Körpern und Erzählweisen im Comic entgegen wirken. Er ist Mitglied und Mitbegründer des Institute for Contemporary Cartooning (ICC).

Freya Chakour, zusammen mit Robin Vehrs im Sommersemester 2017 als studentische Hilfskraft in der Tup und Ansprechpartnerin für Studierende. Sie studierte bis 2017 an der Kunsthochschule Kassel im Bereich der Bildenden Kunst. Sie versteht sich als Künstlerin und Textproduzentin, in deren Praxis installative Arbeiten und Publikationen entstehen, die sich im Zusammenhang von Bild und Text im Raum entfalten und dabei Themen wie Heimat, Distanz, die Veränderung von Orten und Erinnerungen aufgreifen. Seit 2012 ist sie Mitglied des studentisch selbstorganisierten Kollektivs für Text an der Kunsthochschule Kassel, in dem Texte gemeinsam bearbeitet und besprochen werden. .

Evelyn Wangui Gichuhi alias miss eve als Lehrbeauftragte. Sie beschäftigt sich in ihren Arbeiten – Comics, Fotos, Collagen, mehrsprachige Texte & Film, Gif-Animationen & Installationen – mit Machtverhältnissen und den von diesen definierten Identitäten in einer globalisierten Welt. Sie schloß 2014 ihr Studium der visuelle Kommunikation, Schwerpunkt Illustration und Grafik an der Kunsthochschule Kassel ab. evelynlayout@googlemail.com. Im Wintersemester 16_17 unterrichtete sie im Rahmen der Theorie & Praxis der VisKom eine Einführung in den Raum der zeitgenössischen postkolonialen Popkultur. Kann es sein, dass oft geglaubt wird, ein geschriebener Text beschriebe die Arbeit eine*r visuelle_n Künstler*in genauer als dies ihre eigene Bildsprache tut? * evelynwangui.com

Ida Lorbach, im Wintersemester 2016/17 gemeinsam mit Freya Chakour als studentische Hilfskraft im Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation. Sie studierte Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. In ihrer ästhetischen Praxis untersucht sie Beziehungen zwischen Theorien (Bildern, Texten) und persönlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Konflikten, mit einem besonderen Interesse für die sinnlichen Eigenschaften von Materialien und für die konkrete / körperliche Erfahrung von Strukturen und von Anordnungen im Raum. Ihre Arbeiten sind z. B. Zeichnungen, Installationen, Texte, Performances; sie arbeitet regelmäßig auch in Kooperation mit anderen, z.B. im Kollektiv für Text. Für ihre Examensarbeit siehe Das Wilde unter ‘Research’.

Stefan Bast war von Oktober 2014 bis August 2015 künstlerischer Mitarbeiter im Bereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation. Er arbeitet und forscht als Künstler und Kunstvermittler in unterschiedlichen Medien und Kontexten. Häufig bildet die Auseinandersetzung mit Fotografie und die Thematisierung und Unterwanderung normativer Bild-Taktiken einen Interessensschwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Kunstvermittlung als kritische und performative Praxis bildet einen wichtigen Teil seines Tuns, für die er mit unterschiedlichen Gruppen und (außerschulischen) Institutionen zusammenarbeitet. Studium der Fächer Kunst, Germanistik und Geografie für das Lehramt an Gymnasien an der Philipps-Universität Marburg und an der Kunsthochschule Kassel (Diplom 2012, 2013) und der Bildenden Kunst in den Klassen von Urs Lüthi und Bernhard Prinz (Diplom Herbst 2014).

Kati Liebert hat von November 2012 bis April 2014 als wissenschaftliche Hilfskraft den Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation mit aufgebaut. Sie ist Künstlerin und Fotografin. Sie hat im September 2012 ihr Studium an der Kunsthochschule Kassel bei Bernhard Prinz und Joel Baumann abgeschlossen. Das Medium Fotografie bildet oft die Basis ihrer künstlerischen Praxis. In einem Prozess der Auseinandersetzung mit Stereotypen, Vorstellungs- und Idealbildern und vorhandenen Sehgewohnheiten bieten ihr privates Bildarchiv und vorgefundene Archive wie das Weltarchiv „Google‐Bilder“ Material für ihre an De- und Rekontextualisierung ausgerichtete künstlerischen Arbeit. Sie war 2012/13 Meisterschülerin von Johanna Schaffer.

 

TEIL-AUTONOMIE-WEITER-DENKEN

Jan Peters / Joel Baumann / Jan Mensen / Johanna Schaffer / Jero van Nieuwkoop / Gäste

SoSe 2019, jeweils 18-20h, Hörsaal

Drei Abende im Sommersemester 2019, eine kleine Vortragsreihe mit anschließender Diskussion: Anschließend an das Autonomie-Symposium, das während des Rundgangs 2018 an der KhK stattfand; und anschließend an die mittlerweile über zehn Jahre alten Bemühungen, die Teilautonomie der Kunsthochschule zu stärken, veranstalten wir eine kleine Vortragsreihe im Lehrveranstaltungsformat zum Thema: Teil_Autonomie der KhK weiter denken. Geladen sind Peter Altvater (angefragt, einer der Autoren der 2011 veröffentlichten Studie zu den Ressourenflüssen zwischen der Uni und der KhK Kassel), sowie Martin Henatsch (Rektor der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) und Stefanie Meyer (Geschäftsführerin der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) (beide angefragt).

Die ersten beiden Lehrveranstaltungstermine werden aufgezeichnet. Die Veröffentlichung der Aufzeichnung der Vorträge ist beabsichtigt.

Wer ein kurzes Protokoll der drei Veranstaltungen schreibt, kann einen Teilnahmenachweis für die Lehrveranstaltung erhalten.

Visual: Jan Mensen

Zu Gast im Rektorat#25, REMAINS

Vernissage: 30.04.2019, 18:30 Uhr

Remains* – Geschichte und Vergessen am Objekt „Kunsthochschule Kassel“
* inklusive Post aus dem Lager „Kunstakademie“

Arianna Waldner Bingemer, Ida Lorbach, Annika Nesheim, Sevda Güler, Volko Kamensky, Johanna Schaffer, Mareike Bernien, Jan Peters

Foto: Nicolas Wefers

Geschichte wird re-konstruiert / erzählt nicht nur über absichtsvoll erstellte Dokumente, die bereits im Moment ihrer Entstehung ihre spätere Rezeption durch nachfolgende Generationen mitdenken; sie lässt sich auch erzählen über die unwillkürliche Zeug*innenschaft vorgefundener “Überreste” (engl. remains). Diese Fragmente verweisen in einem postfaschistischen und postkolonialen Raum oft auf ein absichtsvolles Verschweigen-Wollen oder ein Vergessen-Machen, das durch strukturell begünstigte Ignoranz gestützt ist. Auch bei der Darstellung der Geschichte einer Kunsthochschule wird häufig auf Traditionsquellen zurückgegriffen, d.h. auf Urkunden und Berichte, die in der Absicht erstellt werden, die Leser*innen über Gegenwart und insbesondere Vergangenheit zu unterrichten. Wendet man sich hingegen den oft übersehenen, wenn nicht vergessenen Überresten zu – oder besser noch: stößt sich an ihnen – so zeigt sich mitunter plötzlich ein maßgeblich anderes Bild vergangener und gegenwärtiger Realitäten. In eine Methodik des Herstellens übersetzt kann das heißen: wieder, zum ersten Mal aufnehmen, Interviews machen, Bilder vergrößern, Geschichten schneiden, Leerstellen markieren, Fülle und Mangel innerhalb dieses thematischen Rahmens montieren.

Das Projekt REMAINS ist eine Zusammenarbeit von Studierenden und gegenwärtigen sowie ehemaligen Lehrenden der Kunsthochschule Kassel aus den Arbeitsbereichen Theorie & Praxis der Visuellen Kommunikation und Film und bewegtes Bild. Ausgehend von dem mehrsemestrigen transdisziplinären Forschungsprojekt zur jüngeren Geschichte der Kunsthochschule Kassel haben die Projektteilnehmenden gemeinsam eine Archiv-Box erstellt (Gestaltung: Volko Kamensky), in der die Rechercheergebnisse des Projektes zusammengefasst sind. Die Archivbox will auch auf das Fehlen eines Archivs der Kunsthochschule Kassel aufmerksam machen.

Das Ausstellungsformat “Zu Gast im Rektorat” wurde im Frühjahr 2012 initiiert. Mit je zwei Ausstellungen pro Semester bietet das Rektorat der Kunsthochschule Kassel Studierenden, Absolvent*innen und Lehrenden einen außergewöhnlichen Präsentationsraum für ihre Arbeiten.
Kunsthochschule Kassel
Südbau / Raum 1220
Menzelstrasse 13 – 15
34121 Kassel
T +49 561 804 5368
Voranmeldung unter:
rektorat@kunsthochschule-kassel.de

Die Ausstellung kann nach Voranmeldung
bis zum 15.06.2019 besucht werden

Studying at the Kunsthochschule Kassel

The online brochure “Studying at the Kunsthochschule Kassel” was instigated and largely prepared by the student initiative PANALOBBY. Editing work was done by Cigdem Özdemir and Johanna Schaffer. Kathi Seemann designed the brochure, which was created for those who would like to register to study at the Kunsthochschule as international students. At the same time the brochure is aimed at people who are already at the Kunsthochschule, or at the University of Kassel, to which the art school belongs. The information in the brochure about what is required to attend the art school as an international student also applies to this target group.

The editors hope that the brochure “Studying at the Kunsthochschule Kassel” will facilitate access to the Kunsthochschule Kassel for international students.

You can download the brochure here.

Modeling the Unknown (working title)

My Meisterschüler*innen project engages with the production of knowledge about the unknowns by countering dominancies. I will be looking at palaeontological practices and their aesthetics both in the West and in the Global South, and also at museum making in the context of modernism. I will appropriate model-making as a concentrated form for depicting both future and past realities.

Ipek Burçak is an artist working in video, sound, installation, performance, and publishing. She has been studying art in Kassel and in Vienna. For her Meisterschüler*innen-year, she holds a Rosa Luxemburg Stiftung scholarship.

Bild: untitled, Ipek Burçak

 

mruthcaW 3 (performative Webausgabe)

“mruthcaW” bedeutet rückwärts gelesen Wachturm und zitiert damit den Titel des Magazins der Zeugen Jehovas. Die Zine-Reihe, die ich noch während meines Studiums begonnen habe, war von Anfang an auch als Plattform gedacht, um die Möglichkeiten des Formats Zine/Magazin zwischen Raum, Print und Online-Medien zu erforschen. Dieser Anspruch wird in der aktuellen Ausgabe, die sich auch im Druck vom klassischen Heft weg bewegt, bis jetzt am konsequentesten umgesetzt. MruthcaW 3 wird von Catalina Acosta und mir herausgegeben, ist der Dekonstruktion von Heiligentmotiven und Märtyrer*Innentum gewidmet, und enthält neben Beiträgen der Redakteur*Innen Arbeiten von “die Wiese der Lust”, Aiko Okamoto, LibrĀh, woo-man-gang und Agnes Augustus.

Katharina Röser hat in Kassel visuelle Kommunikation studiert und lebt und arbeitet als freie KünstelrIn in Leipzig. 2017/18 arbeitet sie als Meisterschülerin mit Johanna Schaffer, Aisha Franz und Lea Heinrich.

mruthcaW 3 (performative Web issue)

„mruthcaW“ if you read it backwards means „Wachturm“ ( watch tower) and thus references the German title of the magazine of the Jehova’s witnesses. MruthcaW is a series of zines that i started working on while i was still studying. From the outset, the zines were meant to be a research platform into the possibilities of the zine as a format defined through space, print and online media. The most recent issue pushes this research forcus forward in moving far away from the idea of a printed booklet. Catalina Acosta has now joined me as editor for mruthcaW 3, which is dedicated to the deconstruction of matyr and saint motifs and will also show works of “die Wiese der Lust”, Aiko Okamoto, LibrĀh, woo-man-gang and Agnes Augustuss.

Katharina Röser studied visual communication in Kassel and now lives and works in Leipzig. During 2017/18 she has been working as a ‚Meisterschülerin’ with Johanna Schaffer Aisha Franz and Lea Heinrich.

Das Wilde

Bezugnehmend auf medial vermittelte Bilder von Sexualität inszeniere ich Motive, die sich wild oder selbstbestimmt zu bestehenden Stereotypen von Begehren verhalten. Ein weiterer Bezugspunkt ist die Arbeit feministischer Künstler*innen zu und mit gesellschaftlichen Repräsentationen von Körpern. Für meinen Ansatz konzentriere ich mich auf das Zeichnen als Verlangsamung und Reflexion von Bildern, die sensitiven Eigenschaften des Materials und das Experimentieren mit Ausstellungsdisplays.

Ida Lorbach ist 2017-18 Meisterschülerin bei Johanna Schaffer, Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation und Johannes Spehr, Bildende Kunst. www.idalorbach.de

Foto: Nicolas Wefers. Installationsansicht, documenta-Halle Kassel, Das Wilde, Ida Lorbach, 2017

The Wild

Referring to images of sexuality conveyed in the media, I stage motives that rearticulate stereotypes of desire in a wild, decidedly idiosyncratic way. Further points of reference are works by feminist artists on cultural representations of bodies. I focus on slowing down perception in order to reflect images through the medium of drawing. I try to emphasize the material´s sensitive qualities and I experiment with the display dimension of my drawings.

Ida Lorbach studied Fine Arts at Kunsthochschule Kassel. In 2017-18, she is Meisterschülerin with Johanna Schaffer, Theory and Practice of Visual communication and Johannes Spehr, Fine Arts department. www.idalorbach.de