EXHIBITIONS & EVENTS

TEIL-AUTONOMIE-WEITER-DENKEN

Jan Peters / Joel Baumann / Jan Mensen / Johanna Schaffer / Jero van Nieuwkoop / Gäste

SoSe 2019, jeweils 18-20h, Hörsaal

Drei Abende im Sommersemester 2019, eine kleine Vortragsreihe mit anschließender Diskussion: Anschließend an das Autonomie-Symposium, das während des Rundgangs 2018 an der KhK stattfand; und anschließend an die mittlerweile über zehn Jahre alten Bemühungen, die Teilautonomie der Kunsthochschule zu stärken, veranstalten wir eine kleine Vortragsreihe im Lehrveranstaltungsformat zum Thema: Teil_Autonomie der KhK weiter denken. Geladen sind Peter Altvater (angefragt, einer der Autoren der 2011 veröffentlichten Studie zu den Ressourenflüssen zwischen der Uni und der KhK Kassel), sowie Martin Henatsch (Rektor der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) und Stefanie Meyer (Geschäftsführerin der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) (beide angefragt).

Die ersten beiden Lehrveranstaltungstermine werden aufgezeichnet. Die Veröffentlichung der Aufzeichnung der Vorträge ist beabsichtigt.

Wer ein kurzes Protokoll der drei Veranstaltungen schreibt, kann einen Teilnahmenachweis für die Lehrveranstaltung erhalten.

Visual: Jan Mensen

Zu Gast im Rektorat#25, REMAINS

Vernissage: 30.04.2019, 18:30 Uhr

Remains* – Geschichte und Vergessen am Objekt „Kunsthochschule Kassel“
* inklusive Post aus dem Lager „Kunstakademie“

Arianna Waldner Bingemer, Ida Lorbach, Annika Nesheim, Sevda Güler, Volko Kamensky, Johanna Schaffer, Mareike Bernien, Jan Peters

Foto: Nicolas Wefers

Geschichte wird re-konstruiert / erzählt nicht nur über absichtsvoll erstellte Dokumente, die bereits im Moment ihrer Entstehung ihre spätere Rezeption durch nachfolgende Generationen mitdenken; sie lässt sich auch erzählen über die unwillkürliche Zeug*innenschaft vorgefundener “Überreste” (engl. remains). Diese Fragmente verweisen in einem postfaschistischen und postkolonialen Raum oft auf ein absichtsvolles Verschweigen-Wollen oder ein Vergessen-Machen, das durch strukturell begünstigte Ignoranz gestützt ist. Auch bei der Darstellung der Geschichte einer Kunsthochschule wird häufig auf Traditionsquellen zurückgegriffen, d.h. auf Urkunden und Berichte, die in der Absicht erstellt werden, die Leser*innen über Gegenwart und insbesondere Vergangenheit zu unterrichten. Wendet man sich hingegen den oft übersehenen, wenn nicht vergessenen Überresten zu – oder besser noch: stößt sich an ihnen – so zeigt sich mitunter plötzlich ein maßgeblich anderes Bild vergangener und gegenwärtiger Realitäten. In eine Methodik des Herstellens übersetzt kann das heißen: wieder, zum ersten Mal aufnehmen, Interviews machen, Bilder vergrößern, Geschichten schneiden, Leerstellen markieren, Fülle und Mangel innerhalb dieses thematischen Rahmens montieren.

Das Projekt REMAINS ist eine Zusammenarbeit von Studierenden und gegenwärtigen sowie ehemaligen Lehrenden der Kunsthochschule Kassel aus den Arbeitsbereichen Theorie & Praxis der Visuellen Kommunikation und Film und bewegtes Bild. Ausgehend von dem mehrsemestrigen transdisziplinären Forschungsprojekt zur jüngeren Geschichte der Kunsthochschule Kassel haben die Projektteilnehmenden gemeinsam eine Archiv-Box erstellt (Gestaltung: Volko Kamensky), in der die Rechercheergebnisse des Projektes zusammengefasst sind. Die Archivbox will auch auf das Fehlen eines Archivs der Kunsthochschule Kassel aufmerksam machen.

Das Ausstellungsformat “Zu Gast im Rektorat” wurde im Frühjahr 2012 initiiert. Mit je zwei Ausstellungen pro Semester bietet das Rektorat der Kunsthochschule Kassel Studierenden, Absolvent*innen und Lehrenden einen außergewöhnlichen Präsentationsraum für ihre Arbeiten.
Kunsthochschule Kassel
Südbau / Raum 1220
Menzelstrasse 13 – 15
34121 Kassel
T +49 561 804 5368
Voranmeldung unter:
rektorat@kunsthochschule-kassel.de

Die Ausstellung kann nach Voranmeldung
bis zum 15.06.2019 besucht werden

The Queer Rambling Choir Sings and Shouts Zoe Leonard’s “I Want A Dyke For President”

The Queer Rambling Choir is a choir that exists only for this one-off occasion. Everyone who’s interested in walking with the choir, singing, shouting, humming, murmuring, yelling Zoe Leonard’s manifesto, is welcome to join and be the choir together. The choir is a joyful orchestra of sorts, an uncoordinated rambling swarm, and has no (choir) leader but allows for multiplicity of voices to come together simultaneously and communally.

Coincidentally, the walk takes place a day after the elections for county parliament in Hessia.

The choir comes together on Monday 29 October 2018 at 2pm at the entrance A (Nordbau) of Kassel Art School, Menzelstrasse 13, Kassel

After a short voice training with professional voice coach Jurate Braginaite we will sing and shout Zoe Leonard’s manifesto while walking, strolling, rambling across the city of Kassel. The walk ends at a Pommesbude or bar of the choir’s choosing.

Print-outs of the manifesto will be available for everyone at the beginning of the walk.

You can watch Mykki Blanco perform Zoe Leonard’s manifesto here:

––> link

Come join and feel free to bring friends!

This choir and walk takes place in the framework of
Boom… Do You Hear Me Now?
Amal Alhaag and Maria Guggenbichler’s teaching
at Kunsthochschule Kassel, Department of Visual Communication
Visiting Professor for Sound
Semester Autumn/Winter 2018/2019

Das Wilde

Detail-Graphitzeichnung_Ida-LorbachEinladung zur Ausstellung von Ida Lorbach

Eröffnung: 3. Mai 2017 um 19 Uhr

Öffnungszeiten: 04.05. bis 09.05.2017 / Täglich von 16-19h

Ort: Warte für Kunst / Frankfurter Str. 54 / 34121 Kassel / www.warte-kunst.de

Auf welche Weise ist Sexualität als private Erfahrung verwickelt mit gesellschaftlichen Normen und stereotypen Bildern, die es von Sex gibt? Mit Bildern ist die ganze Bandbreite an medialen Darstellungen und Geschichten gemeint, die etwas zu den Themen Erotik, Zärtlichkeit und Lust vermitteln. In Bezug dazu sucht Ida Lorbach in ihrer künstlerischen Arbeit nach Momenten, in denen etwas stattfindet, das zwischen bestehende Kategorien fällt, etwas Wildes, das Möglichkeiten öffnet, selbst zu bestimmen, wie Begehren aussehen kann.

Mit der Ausstellung Das Wilde präsentiert Ida Lorbach ihre Examensarbeit im Studiengang Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Das Projekt wurde von Johannes Spehr (Bildende Kunst) und Johanna Schaffer (Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation) betreut.

Zeichnung: Ida Lorbach

‚Empathie‘, ‚Ignoranz‘ und ‚Migrantisch situiertes Wissen‘

Vortrag von: Ayşe Güleç und Johanna Schaffer

Zeit: 7. Oktober, 18.00 bis 19.30

Ort: Institut für das Künstlerische Lehramt IKL, Hörsaal 3.06, Karl-Schweighofer Gasse 3, 1060 Wien 

Immer noch ist die Serie an Morden und Anschlägen, die der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) zwischen 1999 und 2011 beging, nicht aufgeklärt. Weder das Gerichtsverfahren in München noch die zahlreichen parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben das Netzwerk des NSU sowie die Beteiligung des Verfassungsschutzes und anderer staatlicher Akteure daran vollständig offengelegt. Als NSU-Komplex bezeichnen wir daher den Verbund aus neonazistischen Gewalttaten jener Gruppierung von Menschen, die sich NSU nannten, und institutionalisiertem Rassismus. Der NSU-Komplex äußert sich in Opfer-Täter-Umkehr, in rassistischer Medienberichterstattung, in den Verbindungen des deutschen Geheimdienstes mit der rechtsextremen Szene, im Faktum der Nazis, die Mitarbeiter beim Verfassungsschutz sind, in versuchten Vertuschungen, im Verschwinden von Beweismitteln, in unerklärten Todesfällen von aussagewilligen Zeug_innen und in der andauernden Behinderung der Aufklärung der Hintergründe der Gewalttaten des NSU.

Was können wir denken und verstehen, wenn wir ‚Empathie’ und ‚Ignoranz’ als Analysekategorien verwenden, um über solidarische und antirassistische Bedeutungsproduktion nachzudenken? Zentral für unser gemeinsames Nachdenken ist die Kategorie des ‚migrantisch situierten Wissens‘, um von den Praktiken und Strategien der Angehörigen der Opfer und der Überlebenden der Gewalttaten des NSU-Komplexes zu lernen, wie struktureller Rassismus als das Unsagbar-Gemachte sich dennoch thematisieren und darstellen lässt. Denn staatliche, mediale und gesellschaftliche Instanzen wirken als Bestandteile des NSU-Komplexes zusammen, um mit enormer Kraft/Macht Rassismus als gesellschaftlichen Segregations- und Abwertungsmechanismus auszuagieren und anderseits dessen Existenz zu verleugnen. Dennoch erfinden Menschen als einzelne und in Zusammenhängen kontinuierlich Weisen der Bedeutungsproduktion, die es möglich machen, sich politisch, gesellschaftlich und emotional anders zu orientieren. Dies ist ein Plädoyer dafür, sich gegen Segregationen und Aufteilungen immer wieder zusammen zu tun.

Ayşe Güleç ist Sozialpädagogin und politische Kulturarbeiterin. Johanna Schaffer ist Hochschullehrerin für die Theorie und Praxis der visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Beide sind im Vorbereitungskontext für das “Tribunal: NSU-Komplex auflösen” aktiv. Das Tribunal wird von 17. – 21.5. in Köln-Mülheim stattfinden.

Organisiert von: Elke Krasny, Elke Gaugele und Martin Beck, Institutsleitung des Instituts für das Künstlerische Lehramt und Ruth Sonderegger, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften

https://www.akbild.ac.at/resolveuid/b023743ebe3570a8d62e22e0d264260d

Foto: Bündnis gegen Rassismus, Berlin

Remains. Geschichte und Vergessen am Objekt „Kunsthochschule Kassel“

Ausstellung während des Rundgangs 2016, Raum 0232 (Atrium)

Geschichte wird re-konstruiert / erzählt nicht nur über absichtsvoll erstellte Dokumente, die bereits im Moment ihrer Entstehung ihre spätere Rezeption durch nachfolgende Generationen mitdenken; sie lässt sich auch erzählen über die unwillkürliche Zeug*innenschaft vorgefundener “Überreste” (engl. remains). Diese Fragmente verweisen in einem postfaschistischen und postkolonialen Raum oft auf ein absichtsvolles Verschweigen-Wollen oder ein Vergessen-Machen, das durch strukturell begünstigte Ignoranz gestützt ist. Auch bei der Darstellung der Geschichte einer Kunsthochschule wird häufig auf Traditionsquellen zurückgegriffen, d.h. auf Urkunden und Berichte, die in der Absicht erstellt werden, die Leser*innen über Gegenwart und insbesondere Vergangenheit zu unterrichten. Wendet man sich hingegen den oft übersehenen, wenn nicht vergessenen Überresten zu – oder besser noch: stößt sich an ihnen – so zeigt sich mitunter plötzlich ein maßgeblich anderes Bild vergangener und gegenwärtiger Realitäten. In eine Methodik des Herstellens übersetzt kann das heissen: wieder, zum ersten Mal aufnehmen, Interviews machen, Bilder vergrößern, Geschichten schneiden, Leerstellen markieren, Fülle und Mangel innerhalb dieses thematischen Rahmens montieren. (Arianna Waldner Bingemer, Ida Lorbach, Annika Nesheim, Sevda Güler, Volko Kamensky, Johanna Schaffer, Mareike Bernien, Jan Peters)

Das zweisemestrige Projekt ist eine Zusammenarbeit der Arbeitsbereiche Theorie & Praxis der Visuellen Kommunikation und Film und bewegtes Bild.

Arianna Waldner Bingemer (2015): Kassel, 9.12. // 7:51 min, digitale Doppelprojektion, linke Seite: Adolf Winkelmann „Kassel 9.12.67 11:54h“,
16 mm digitalisiert, Quelle: https://www.youtube.com/ watchßv=NvYcP7EP9-0; rechte Seite: Smartphone-Video

Sevda Güler (2016): Substanz // Sieben Schneekugeln mit verschiedenen Materialien: Entenfedern, Glas, Stahl, Beton, Gras und Text

Ida Lorbach (2016): Grundlehre (Faltblatt) // U.a. mit Textauszügen aus dem Film „Werkkunstschulen in Hessen“ von Ingeborg Euler, ca. 1963

Ida Lorbach (2016): Grundlehre (Performance am 15.7. und 16.7.2016, jeweils um 15h) // Sprecher*innen: Charlotte Hermann, Jacob Höfle, Yuyen Lin, Melanie Mendetzki, Cilian X. Woywood

Annika Nesheim (2016): Mit freundlichen Grüßen // Kopien von 22 Originaldokumenten aus den 1960er Jahren, 29,7 x 21 cm, dünne Metallnägel Auswahl vom Briefwechsel zwischen abgelehnten Bewerber*innen und der Werkkunstschule Kassel, vervielfältigt zu 550 Briefen (jeweils 25 Kopien vom Original), die während des Rundgangs an Ausstellungsbesucher*innen verteilt werden

Arianna Waldner Bingemer und Franziska Wank (2016): 5h30 // 4:35 min, 16 mm Film, Analoge Loop-Projektion

Ida Lorbach und Volko Kamensky (2016): ca. 1957 // Installation mit Stellwand, Rahmen, Radierungen, Topfpflanze. Maße variabel

Fotos: Sevda Güler

Rundgangsausstellung 2016 im Arbeitsraum der TuP ***

Raumplan: Michel Esselbrügge

 

Entdecke das ‚Unglaublich‘ // [Werbeslogan Zoo Leipzig, Re-Edit] // 2:34 min, Trickfilm / Loop auf Tablet // Alexander Zenker, 2016

work in conjunction I // Manuell bewegte Konstruktion aus Eisen, Stahl, Messing, Aluminium und Kunststoff auf Holzplatte mit 8 Schwarz-Weiß-Kopien // Friederike Suhr, 2016

work in conjunction II // Motorbetriebene Konstruktion aus Eisen, Stahl, Messing, Aluminium und Kunststoff auf Holzplatte mit 8 Schwarz-Weiß-Kopien // Friederike Suhr, 2016

Sonnenuntergang auf dem Venushügel // Projektion auf Acrylglas, Holzsäule mit Efeu // Wiese Der Lust, 2016

Willkommen // Wandfarbe, Pappaufsteller // 160 x 160 x 195 cm // Laura Weser, Robin Vehrs, 2016

Welcome // 3 Fußmatten (Sublimationsdruck) // je 70 x 50 cm // Robin Vehrs, Laura Weser, 2016

instant regeneration, great exposure // gif-Animation, Phablet, Kopfhörer, Liege, Regal, Tücher, (Desinfektionsspray) // Karoline Achilles, 2016

SOFT AND SILENT  // Textil, Luftpolsterfolie, Kleber, Nylon, Stickgarn und Metall  // 6 Objekte, 18,5 x 30 cm bis 60 x 39 cm  // Marie Schomerus, 2016

ZYNOLITE // Video, 1:57 min, Beamer, Fimo, Foamboard  // Rebecca Adam, 2016

making waves,,, unmastered // HD Video Projektion, 7:00 min, Kopfhörer, Vorhang, Sitzgelegenheiten // Fritz Laszlo Weber, 2016

Was ist Contemporary Cartooning? // Digitaldruck in Alurahmen, Ytong-Steine // Michel Esselbrügge (Texte von Robin Vehrs), 2016

 

 

Zwischenbericht Webseite „Kassel postkolonial“ mit besonderem Fokus auf der Gestaltung

Donnerstag, 14.7. 11:00 – 12:00 Kunsthochschulbibliothek

Das Webseitenprojekt ‘Kassel postkolonial’ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Visuellen Kommunikation der Kunsthochschule und dem Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien. In einigen Städten existieren bereits Initiativen, die sich mit der kolonialen Vergangenheit und ihren Nachwirkungen vor Ort befassen – nicht jedoch in Kassel und nicht mit universitärer Verankerung. Die Lücke soll durch die geplante Kooperation geschlossen werden. In dem gemeinsamen Projekt werden politische Auseinandersetzungen mit Kolonialismus als Verschränkung von inhaltlichen, kritischen, politischen und eben auch ästhetischen Denkformen erprobt. Die Webseite ist gedacht als Ergänzung zu bestehenden Initiativen gegen Rassismus, globalisierungskritischen bzw. Eine-Welt-Initiativen sowie erinnerungspolitischen Initiativen wie Hessen postkolonial. Die Gestaltung der Webseite ‘Kassel postkolonial’ wurde mit 3975 Euro unterstützt durch die Zentrale Forschungsförderung – Kooperationsprojekte mit der Kunsthochschule (ZFF-KOOP).

2 Berichte aus dem Forschungssemester am 5. Juli 2016 ab 18.30 im Hörsaal der khk

Alexis Joachimides, Auf dem Weg zu einer Ästhetik der Großstadt. 2berichteJMDauer02Bordeaux und Edinburgh im Vergleich 1730 – 1830.

Johanna Schaffer, Den Institutionen ihre eigene radikale Bildungsgeschichte entgegenhalten: Objekt Kunsthochschule Kassel.

Visual (=Plakatenwurf): Janne M. Dauer

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Auf dem Weg zu einer Ästhetik der Großstadt. Bordeaux und Edinburgh im Vergleich 1730 – 1830 (Alexis Joachimides)

Vorbereitung und Beginn der Erstellung einer geplanten Monographie über die Veränderung des Stadtorganismus in Westeuropa im Laufe des ‚langen‘ 18. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Darstellung wird ein internationaler Vergleich von urbanistischen Gestaltungprinzipien und Strukturmerkmalen in Frankreich und Großbritannien stehen, v.a. ein Vergleich von Bordeaux und Edinburgh als den beiden größten Stadtumbaumaßnahmen der Epoche in diesen Ländern. Die Diskussion dieser beiden Stadtplanungsvorhaben ist bisher in der einschlägigen Forschung gegenüber prominenteren Beispielen wie Paris, Nancy, London oder Bath vernachläßigt worden. Obwohl weitgehend im Zustand des frühen 19. Jahrhunderts erhalten, haben die beiden zum Vergleich herangezogenen Stadterweiterung bisher noch nicht den Platz in der Geschichte der Stadtplanung, der ihnen gebührt. Ziel der Monographie soll es sein, den Ursprung moderner Großstadtplanung, geprägt von Faktoren wie Massen-urbanisierung, Spekulation, Mietshausbau, Kanalisation und Straßenbeleuchtung, als spezifische ästhetische Herausforderung zu begreifen.

Den Institutionen ihre eigene radikale Bildungsgeschichte entgegenhalten. Objekt Kunsthochschule Kassel – ein Forschungsbericht (Johanna Schaffer)

Ich suche in den auf drei hessische Archive verstreuten Akten der Kunsthochschule Kassel (heute ein Fachbereich der Universität) nach den radikaldemokratischen und autoritätskritischen Strängen ihrer institutionell komplexen Geschichte. Ich tue dies in der Hoffnung, den InstitutionenReste ihrer eigenen radikalemanzipatorischen Bildungsgeschichte entgegenhalten zu können. Meine eigene Involviertheit als Institutionsangehörige darin, dass und wie künstlerische Aus/Bildungsstätten den Forschungsbegriff für sich reklamieren, lässt mich zudem nach Konflikten zwischen gestalterisch, künstlerisch oder wissenschaftlich ausgerichteten Argumentationen suchen. Mich interessiert dabei nicht einfach die Verschiedenheit der Disziplinierungen und Subjektivierungsanforderungen in den verschiedenen Bereichen (Als Künstler*in geht das gar nicht. Als Gestalter*in kannst Du eben nur das tun und nicht dies. Als Theoretiker*in macht man das eben so). Besonders beschäftigt mich, wo, wie und vor allem zu welchem Zweck diese Verschiedenheiten ignorant glattgebügelt oder herrschaftlich eingenäht werden.