EXHIBITIONS & EVENTS

Queer weaving, threading, webbing, or: A Set of Speculative Interventions into Virtual Space

Workshop for the Ethics of Curating Conference, Hildesheim, 31/01/20 – 02/02/20

This workshop will consist of multiple modules that are choreographed in time and space but are also meant to leak into each other. We will explore conceptual metaphors such as network, infrastructural action, and interweaving. Our methodology is inspired by practices of building a distributed internet and having fun doing it, by critiques of the dominance of the visual, by mediation/education, by an attention towards neurodiversity and by critical digital education. Ruptures, (de-)formations, surface hacks and perversions are our guests when questioning sleek logics in programmability.

Workshop Team Ipek Burçak, Isabel Paehr, Johanna Schaffer, nicole voec und Cilian Woywod

https://ethicsofcurating.com/about/

A Set of Speculative Interventions in Virtual Space

Workshop for the Conference: Renegotiating Minoritarian In_Visibilities, November 12–14, 2019 at the Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) of the Justus-Liebig-University Giessen, Germany.

İpek Burçak (Kassel), Isabel Paehr (Berlin), Nicole voec (Kassel), Johanna Schaffer (Kassel/Berlin) and Cilian Woywod (Kassel)

This workshop offers opportunities to discuss/generate specific virtual-visual projections that help us to understand if and how the regime of the surface and the regime of visibility complement each other. Ruptures, (de-)formations, surface hacks and perversions are our guests.

Nicole voec, living in Kassel. They are interested in queer play, perverted lo-fi aesthetics and hackable materials.

Ipek Burçak is an artist, in her works she forms performative and speculative approaches to affects, anti-ableism and unknowing as a practice through multimedia.

Cilian X. Woywod deforms classic self-conceptions through stories about queer connections.

Isabel Paehr researches the relations between virtuality and concepts of the nonhuman. Her practice touches and connects different fields of knowledge production such as game development, media arts and theory.

Johanna Schaffer teaches and publishes in the fields of visual culture and material aesthetics with a queer-feminist, anti-racist focus. At the Kunsthochschule Kassel she has been building up the platform Theory and Practice of Visual Communication, and she has served as vice dean for study affairs for the past two years.

All five facilitators of the workshop are part of the self-organized and independent working group ‚Machinistic Perception‘.

Renegotiatng Minoritarian In_Visibilities Abstracts and Bios

Ambivalences of Visibility (Revised)

GCSC Keynote Lectures

Johanna Schaffer (Kunsthochschule Kassel) & Isabel Paehr (Berlin)

The book ‘Ambivalences of Visibility’, that Johanna published in 2008, was above all a plea to engage with the forms of specific representations, and not with questions of quantity (‘more visibility for…’). For, as Peggy Phelan has argued, if there were a causal connection between visual representability and political power, then in the liberal democracies of the West, young, scantily-clad heteronormative female performing persons would necessarily have quite a bit of power. In our changed media realities we need to rethink the analytical/political usefulness of the concept ‘visibility,’ for in digital media realities visibility (= views = monetization) almost entirely loses its oppositional connotations. If ‘visibility’ is a concept that belongs to historically specific media realities and their critical languages, what can be learned from them for our current examinations? We also would like to suggest some other terms along the lines of ‘distributed agency’ and ‘infrastructure’ in order to discuss crucial interventions in the field of digital visuality and data rich environments.

12.11.2019, 18-20, room 001, MFR

Was tun mit „Sichtbarkeit“ in kritischen digitalen Realitäten? Greifswald, 30. Oktober 2019, 18.00 Uhr

Hier der Flyer!

Isabel Paehr, Johanna Schaffer: Eröffnungsvortrag der Ringvorlesung „Digitale Sichtbarkeit“ des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung der Universität Greifswald

In digitalen Medienrealitäten verliert der Begriff Sichtbarkeit die oppositionellen Konnotationen fast vollständig, die ihm vor allem migrantische und feministische Kontexte in den 1980er Jahren angeheftet hatten. Die herrschaftskritische Forderung nach Umverteilung gesellschaftlicher Ressourcen, mit der die polemische Verwendung des Begriffs verbunden war („Mehr Sichtbarkeit für …“), ist heute durch die Bedeutungskette Sichtbarkeit = views = Monetarisierbarkeit überschrieben. Wir möchten in unserem Vortrag daher ein Set von Begrifflichkeiten durchspielen, das unserer Meinung nach besser geeignet ist, kritisch über visuelle Kommunikation und digitale Infrastrukturen nachzudenken: z. B. Visualität (als historisch mit Kriegsführung und Versklavung verbunden), verteilte Handlungsfähigkeit, Flachheit, Permeabilität, Anonymität, ‚bio-informational’. Als Anlass nehmen wir unter anderem eine Auftragsarbeit für das US-Verteidigungsministerium, das 2018 die „Nutzbarkeit von Memes für Influence Campaigns“ untersucht, sowie kryptofaschistische Bedeutungsproduktion auf Reddit. Perspektiviert werden unsere Überlegungen durch unsere eigenen Auseinandersetzungen mit kritischen visuellen Setzungen im digitalen Raum.

Isabel Paehr untersucht, wie Virtualität hergestellt und distribuiert wird. Sie entwickelt künstlerische Anordnungen und performt, schreibt und programmiert in kollaborativen Arbeitsformen entlang verschiedener Wissensgebiete und -praktiken.

Johanna Schaffer arbeitet als Schreibende und Lehrende, die sich für die politischen Dimensionen ästhetischer Prozesse interessiert, oft gemeinsam mit Gestalter*innen und Künstler*innen. An der Kunsthochschule Kassel leitet sie den Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation und hat für einen Turnus das Amt der Vizerektorin für Studienangelegenheiten inne.

Isabel Paehr und Johanna Schaffer sind Teil der selbstorganisierten Arbeitsgruppe „Maschinistisches Wahrnehmen“.

Moderation: Professor Dr. Theresa Heyd & Dr. habil. Heide Volkening

 

Visuals: Auf der Basis von Portraitfotos im Creative AI Programm Runway erstellte Bilder, unter Zuhilfenahme des Facades-Photo2Label Modells von CycleGAN, das in Fotos Hausfassaden erkennen und abstrahieren soll.

 

TEIL-AUTONOMIE-WEITER-DENKEN

Jan Peters / Joel Baumann / Jan Mensen / Johanna Schaffer / Jero van Nieuwkoop / Gäste

SoSe 2019, jeweils 18-20h, Hörsaal

Drei Abende im Sommersemester 2019, eine kleine Vortragsreihe mit anschließender Diskussion: Anschließend an das Autonomie-Symposium, das während des Rundgangs 2018 an der KhK stattfand; und anschließend an die mittlerweile über zehn Jahre alten Bemühungen, die Teilautonomie der Kunsthochschule zu stärken, veranstalten wir eine kleine Vortragsreihe im Lehrveranstaltungsformat zum Thema: Teil_Autonomie der KhK weiter denken. Geladen sind Peter Altvater (angefragt, einer der Autoren der 2011 veröffentlichten Studie zu den Ressourenflüssen zwischen der Uni und der KhK Kassel), sowie Martin Henatsch (Rektor der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) und Stefanie Meyer (Geschäftsführerin der teilautonomen Kunsthochschule Mainz) (beide angefragt).

Die ersten beiden Lehrveranstaltungstermine werden aufgezeichnet. Die Veröffentlichung der Aufzeichnung der Vorträge ist beabsichtigt.

Wer ein kurzes Protokoll der drei Veranstaltungen schreibt, kann einen Teilnahmenachweis für die Lehrveranstaltung erhalten.

Visual: Jan Mensen

Zu Gast im Rektorat#25, REMAINS

Vernissage: 30.04.2019, 18:30 Uhr

Remains* – Geschichte und Vergessen am Objekt „Kunsthochschule Kassel“
* inklusive Post aus dem Lager „Kunstakademie“

Arianna Waldner Bingemer, Ida Lorbach, Annika Nesheim, Sevda Güler, Volko Kamensky, Johanna Schaffer, Mareike Bernien, Jan Peters

Foto: Nicolas Wefers

Geschichte wird re-konstruiert / erzählt nicht nur über absichtsvoll erstellte Dokumente, die bereits im Moment ihrer Entstehung ihre spätere Rezeption durch nachfolgende Generationen mitdenken; sie lässt sich auch erzählen über die unwillkürliche Zeug*innenschaft vorgefundener “Überreste” (engl. remains). Diese Fragmente verweisen in einem postfaschistischen und postkolonialen Raum oft auf ein absichtsvolles Verschweigen-Wollen oder ein Vergessen-Machen, das durch strukturell begünstigte Ignoranz gestützt ist. Auch bei der Darstellung der Geschichte einer Kunsthochschule wird häufig auf Traditionsquellen zurückgegriffen, d.h. auf Urkunden und Berichte, die in der Absicht erstellt werden, die Leser*innen über Gegenwart und insbesondere Vergangenheit zu unterrichten. Wendet man sich hingegen den oft übersehenen, wenn nicht vergessenen Überresten zu – oder besser noch: stößt sich an ihnen – so zeigt sich mitunter plötzlich ein maßgeblich anderes Bild vergangener und gegenwärtiger Realitäten. In eine Methodik des Herstellens übersetzt kann das heißen: wieder, zum ersten Mal aufnehmen, Interviews machen, Bilder vergrößern, Geschichten schneiden, Leerstellen markieren, Fülle und Mangel innerhalb dieses thematischen Rahmens montieren.

Das Projekt REMAINS ist eine Zusammenarbeit von Studierenden und gegenwärtigen sowie ehemaligen Lehrenden der Kunsthochschule Kassel aus den Arbeitsbereichen Theorie & Praxis der Visuellen Kommunikation und Film und bewegtes Bild. Ausgehend von dem mehrsemestrigen transdisziplinären Forschungsprojekt zur jüngeren Geschichte der Kunsthochschule Kassel haben die Projektteilnehmenden gemeinsam eine Archiv-Box erstellt (Gestaltung: Volko Kamensky), in der die Rechercheergebnisse des Projektes zusammengefasst sind. Die Archivbox will auch auf das Fehlen eines Archivs der Kunsthochschule Kassel aufmerksam machen.

Das Ausstellungsformat “Zu Gast im Rektorat” wurde im Frühjahr 2012 initiiert. Mit je zwei Ausstellungen pro Semester bietet das Rektorat der Kunsthochschule Kassel Studierenden, Absolvent*innen und Lehrenden einen außergewöhnlichen Präsentationsraum für ihre Arbeiten.
Kunsthochschule Kassel
Südbau / Raum 1220
Menzelstrasse 13 – 15
34121 Kassel
T +49 561 804 5368
Voranmeldung unter:
rektorat@kunsthochschule-kassel.de

Die Ausstellung kann nach Voranmeldung
bis zum 15.06.2019 besucht werden

The Queer Rambling Choir Sings and Shouts Zoe Leonard’s “I Want A Dyke For President”

The Queer Rambling Choir is a choir that exists only for this one-off occasion. Everyone who’s interested in walking with the choir, singing, shouting, humming, murmuring, yelling Zoe Leonard’s manifesto, is welcome to join and be the choir together. The choir is a joyful orchestra of sorts, an uncoordinated rambling swarm, and has no (choir) leader but allows for multiplicity of voices to come together simultaneously and communally.

Coincidentally, the walk takes place a day after the elections for county parliament in Hessia.

The choir comes together on Monday 29 October 2018 at 2pm at the entrance A (Nordbau) of Kassel Art School, Menzelstrasse 13, Kassel

After a short voice training with professional voice coach Jurate Braginaite we will sing and shout Zoe Leonard’s manifesto while walking, strolling, rambling across the city of Kassel. The walk ends at a Pommesbude or bar of the choir’s choosing.

Print-outs of the manifesto will be available for everyone at the beginning of the walk.

You can watch Mykki Blanco perform Zoe Leonard’s manifesto here:

––> link

Come join and feel free to bring friends!

This choir and walk takes place in the framework of
Boom… Do You Hear Me Now?
Amal Alhaag and Maria Guggenbichler’s teaching
at Kunsthochschule Kassel, Department of Visual Communication
Visiting Professor for Sound
Semester Autumn/Winter 2018/2019

Das Wilde

Detail-Graphitzeichnung_Ida-LorbachEinladung zur Ausstellung von Ida Lorbach

Eröffnung: 3. Mai 2017 um 19 Uhr

Öffnungszeiten: 04.05. bis 09.05.2017 / Täglich von 16-19h

Ort: Warte für Kunst / Frankfurter Str. 54 / 34121 Kassel / www.warte-kunst.de

Auf welche Weise ist Sexualität als private Erfahrung verwickelt mit gesellschaftlichen Normen und stereotypen Bildern, die es von Sex gibt? Mit Bildern ist die ganze Bandbreite an medialen Darstellungen und Geschichten gemeint, die etwas zu den Themen Erotik, Zärtlichkeit und Lust vermitteln. In Bezug dazu sucht Ida Lorbach in ihrer künstlerischen Arbeit nach Momenten, in denen etwas stattfindet, das zwischen bestehende Kategorien fällt, etwas Wildes, das Möglichkeiten öffnet, selbst zu bestimmen, wie Begehren aussehen kann.

Mit der Ausstellung Das Wilde präsentiert Ida Lorbach ihre Examensarbeit im Studiengang Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Das Projekt wurde von Johannes Spehr (Bildende Kunst) und Johanna Schaffer (Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation) betreut.

Zeichnung: Ida Lorbach

‚Empathie‘, ‚Ignoranz‘ und ‚Migrantisch situiertes Wissen‘

Vortrag von: Ayşe Güleç und Johanna Schaffer

Zeit: 7. Oktober, 18.00 bis 19.30

Ort: Institut für das Künstlerische Lehramt IKL, Hörsaal 3.06, Karl-Schweighofer Gasse 3, 1060 Wien 

Immer noch ist die Serie an Morden und Anschlägen, die der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) zwischen 1999 und 2011 beging, nicht aufgeklärt. Weder das Gerichtsverfahren in München noch die zahlreichen parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben das Netzwerk des NSU sowie die Beteiligung des Verfassungsschutzes und anderer staatlicher Akteure daran vollständig offengelegt. Als NSU-Komplex bezeichnen wir daher den Verbund aus neonazistischen Gewalttaten jener Gruppierung von Menschen, die sich NSU nannten, und institutionalisiertem Rassismus. Der NSU-Komplex äußert sich in Opfer-Täter-Umkehr, in rassistischer Medienberichterstattung, in den Verbindungen des deutschen Geheimdienstes mit der rechtsextremen Szene, im Faktum der Nazis, die Mitarbeiter beim Verfassungsschutz sind, in versuchten Vertuschungen, im Verschwinden von Beweismitteln, in unerklärten Todesfällen von aussagewilligen Zeug_innen und in der andauernden Behinderung der Aufklärung der Hintergründe der Gewalttaten des NSU.

Was können wir denken und verstehen, wenn wir ‚Empathie’ und ‚Ignoranz’ als Analysekategorien verwenden, um über solidarische und antirassistische Bedeutungsproduktion nachzudenken? Zentral für unser gemeinsames Nachdenken ist die Kategorie des ‚migrantisch situierten Wissens‘, um von den Praktiken und Strategien der Angehörigen der Opfer und der Überlebenden der Gewalttaten des NSU-Komplexes zu lernen, wie struktureller Rassismus als das Unsagbar-Gemachte sich dennoch thematisieren und darstellen lässt. Denn staatliche, mediale und gesellschaftliche Instanzen wirken als Bestandteile des NSU-Komplexes zusammen, um mit enormer Kraft/Macht Rassismus als gesellschaftlichen Segregations- und Abwertungsmechanismus auszuagieren und anderseits dessen Existenz zu verleugnen. Dennoch erfinden Menschen als einzelne und in Zusammenhängen kontinuierlich Weisen der Bedeutungsproduktion, die es möglich machen, sich politisch, gesellschaftlich und emotional anders zu orientieren. Dies ist ein Plädoyer dafür, sich gegen Segregationen und Aufteilungen immer wieder zusammen zu tun.

Ayşe Güleç ist Sozialpädagogin und politische Kulturarbeiterin. Johanna Schaffer ist Hochschullehrerin für die Theorie und Praxis der visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel. Beide sind im Vorbereitungskontext für das “Tribunal: NSU-Komplex auflösen” aktiv. Das Tribunal wird von 17. – 21.5. in Köln-Mülheim stattfinden.

Organisiert von: Elke Krasny, Elke Gaugele und Martin Beck, Institutsleitung des Instituts für das Künstlerische Lehramt und Ruth Sonderegger, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften

https://www.akbild.ac.at/resolveuid/b023743ebe3570a8d62e22e0d264260d

Foto: Bündnis gegen Rassismus, Berlin