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Sorayas Zeichnung

Ein Schwarz/Weiß-Foto aus dem Jahr 1972 zeigt meine Mutter und meine Tante auf einer Hochzeitsparty in Teheran. Kurz nachdem der Fotoabzug entstand, übermalte meine Mutter die nackten Knie ihrer älteren Schwester, weil sie fand, dass das Kleid meiner Tante und damit auch das Foto so besser aussieht. Nach der islamischen Revolution 1979 wiederholten viele Menschen im Iran, vor allem viele Frauen, diese Handlung meiner Mutter. Sie allerdings taten dies aufgrund ihrer neu angenommenen religiösen und politischen Haltung.

In meinem Meisterschüler*innen-Projekt gehe ich dem persönlichen Eindruck nach, den dieses Foto auf mich macht (und beschäftige mich mit den Grenzen der Scham). Ich analysiere das von Soraya übermalte Foto und arbeite entlang ihrer Bildhandlung weiter – durch Vergrößern, Zeichnen, in Schichten aufteilen und so weiter.

Azar Pajuhandeh ist in Teheran, Iran geboren und hat an der Tehran University of Arts Produktdesign und an der KHK bildende Kunst studiert. Sie macht ihr Meisterschüler*innenjahr an der KHK 2016 bei Johanna Schaffer und Björn Melhus, unterstützt durch ein Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie lebt in Berlin.

Scan / Zeichnung: Azar Pajuhandeh

RGB

RGB ist ein technisches Experiment mit dem täglich gebrauchten RGB-System. Ein Beamer und eine Photokamera sind die Protagonisten, das sich produzierende und jeden Moment ändernde Bild das Resultat.

Kati Liebert graduated at the Kunsthochschule Kassel and was Meisterschülerin of Johanna Schaffer in 2012-13. From November 2012-March 2014 she was research assistant in the department of Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation.

RGB is a technical experiment that deals with RGB as a daily used system. Beamer and photocamera are its protagonists, its result is the image as a product of moment and change.

Kati Liebert ist Absolventin der Kunsthochschule Kassel und war 2012/2013 Meisterschülerin von Johanna Schaffer.Von November 2012März 2014 war sie wissenschaftliche Hilfskraft in dem Bereich Theorie und Praxis der Visuellen Kommunikation.

Foto: Kati Liebert

Freie Katze

Mein neuer Nachbar ist Veterinärarzt und hält sich sechs Katzen, von denen zwei freien Auslauf genießen. Eine ist weiß und krank. Es könnte ein Pilz sein, denn sie hat fiesen Schorf um die Nase. Die zweite ist rot-weiß getigert und sehr athletisch. Ich denke, sie ist im besten Alter, und ich denke, sie weiß das auch. Meistens sehe ich die beiden in Nachbars Vorgarten sitzen. Die athletische, rot-weiß Getigerte traut sich auch in meinen Garten hinter dem Haus. In meinem Vorgarten war sie noch nicht. Sie ist ein Alphatier – ich glaube, sie ist die Ranghöchste Katze in der ganzen Straße.

Dann ist da noch eine zweite rot-weiß getigerte Katze. Sie ist etwas übergewichtig und hat starke Probleme beim Atmen. Es wäre möglich, dass sie schon älter ist. Sie ist ein sehr zutrauliches Tier und taucht ab und an ebenfalls im Garten hinter dem Haus auf. Wo sie herkommt, weiß ich nicht. Treffen die beiden rot-weißen Katzen dort aufeinander, ist die Rangordnung sofort ersichtlich.

Die vierte Katze in der Nachbarschaft ist dunkelgrau getigert, noch sehr jung, neugierig und verspielt. Sie ist maximal ein halbes Jahr alt. Ich habe sie beobachtet, wie sie in meinem Vorgarten Käfer, Fliegen und Grashalme gejagt hat. Außerdem versteckt sie sich oft hinter der Biotonne und beobachtet Vögel. Ich denke, sie gehört den Nachbarn gegenüber, denn dort sitzt sie oft im Hof und putzt sich. Und weil die Tierwelt nunmal so funktioniert, wird sie (auch wenn, oder gerade weil sie so süß ist) regelmäßig von der arroganten Katze meines Nachbars gejagt, wenn sie versucht, die Straße in Richtung meines Grundstücks zu überqueren. Ich habe nun beschlossen, diese Demonstration von Macht durch körperliche Überlegenheit zu sanktionieren, weshalb ich selbst nun regelmäßig Nachbars rot-weiß getigerte, athletische Alphakatze von meinem Grundstück verjage oder sogar in Nachbars Vorgarten böse anschaue.

Die beiden freundlichen, aber unterlegenen Katzen genießen sowohl in meinem Vorgarten als auch hinter dem Haus schützende Maßnahmen. Ebenfalls habe ich Brekkies und Whiskas gekauft und versuche, die schwächeren Katzen körperlich aufzubauen. Ich versuche jetzt vorausschauend zu denken: Als nächstes könnte ich mir eine eigene Katze zulegen.

Danielstubenvoll.de

Kritiken der Normalisierung/Normalität Transformative Perspektiven auf Visuelle Kultur

Eva Egermann

Vorlesung + Übung , 15.05., 16.5, 17.05. 2019 und 04.06., 05.6., 06.06. 2019

Woche 1 (15.5. -17.5.)
Mi. 15.5.: 14h-18h Vorbesprechung
Do. 16.5:. 14h-18h Vorlesung/Seminar (u.a. gemeinsames Lektüreseminar)
Fr. 17.5.: 11-19h Zeit für Einzelbesprechungen (bitte individuell per evamariaegermann at gmail.com was ausmachen)

Woche 2 (3.6. – 7.6.)
Mi. 5.6.: 14h-18h Seminar und Übung
Do. 6.6.:14h-18h Seminar und Übung
Fr. 7.6.: 11h-19h Zeit für Einzelbesprechungen (bitte individuell per evamariaegermann at gmail.com was ausmachen)

Woche 3 (17.7. -21.6.)
Di. 18.6.: 11-18h Workshop gemeinsam mit Anke Dyes
Mi. 19.6:. 10-19h Workshop gemeinsam mit Anke Dyes (Exkursion und Ausklang)

Wir freuen uns sehr, dass Eva Egermann als internationale Gastdozentin im SoSe19 Lehrveranstaltungen in der TuP anbieten wird. Mehr Information zu ihrer Arbeit findet sich hier.

(Johanna Schaffer ist im SoSe19 im Forschungssemester)

 

Bilder sind sozial produktiv. Der Cultural Studies Autor Frederic Jameson spricht von kulturellen Darstellungen als Formationen des „politisch Unbewussten“, die gesellschaftliche Verhältnisse und individuelle Beziehungen prägen. Gemeint ist eine Art Wechselwirkung zwischen den realen Bildern, die uns umgeben, und dem, was wir uns ausdenken können. Die Vorlesung stellt kritische Diskurse zu Normativität, Ableismus, Repräsentationskritik und Visualität vor. Ziel ist es, eine normativitätskritische künstlerische Forschungsperspektive vor dem Hintergrund der (Queer) Disability Studies und Crip Theory zu entwickeln. Durch Inputs und Textlektüre gemeinsam erarbeitet werden wesentliche Diskurse, Paradigmen und Perspektiven der Dis/Ability Studies und der kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzungen der Crip Theory. Ein weiterer Schwerpunkt der Lehrveranstaltungen liegt auf Darstellungsweisen, Kulturproduktion und künstlerischen Materialien in diesem Feld. Untersucht werden historische und aktuelle kulturelle Selbst- und Fremdrepräsentationen und deren Verknüpfung mit Vorstellungen und Imperativen von ‚Normalität’, ‚Gesundheit’, ‚Selbstoptimierung’, ‚Produktivität’, ‚Output’, ‚Happyness’ und ‚Smartness’. Die Suche nach produktiver Irritation oder Widersprüchen innerhalb ästhetischer Darstellungen von Unbeschädigtheit verbindet sich mit der Arbeit an einem praktischen Instrumentarium für eine repräsentationskritische, ermächtigende Gestaltungspraxis.

Eva Egermann, Coverdesign Crip Magazine #2 von Anna Voswinckel, 2017

Crip künstlerische Agency

Eva Egermann

Workshop, 18. und 19.06. 2019

Die Perspektive auf die Konflikte und Ambivalenzen zu richten, ermöglicht alternative Leseweisen, Repräsentationen und Bildproduktionen. Der Workshop bietet ein Reservoir an Materialien, Texten und Anwendungsformen: Was sind Möglichkeiten alternativer Lesarten, Repräsentationspraxen und Bildproduktionen, die Un/Ordnungen und Raum für nicht-konforme Verkörperungen und dissidente Erfahrungen ermöglichen? Wie unterstützen wir uns selbst und gegenseitig in der immer prekärer werdenen, output-orientierten, individualisierten Kunst- und Projektkulturlandschaft? Wir diskutieren Strategien aus selbstorganisierten, aktivistischen Crip- und Neurodiversitäts-Bewegungen: Accesibility, Crip Time, Madlove, Access Intimacy, Barierefreiheit bzw. Barriere-arme Gestaltung usw. Der Workshop ist unterschiedlich rhythmisiert. Von den Studierenden werden Materialen eingebracht, die gemeinsam reflektiert werden. Gesprächsformate, Inputs, Free Writing/Drawing Übungen wechseln einander ab.

 

SPK – Aus der Krankheit eine Waffe machen, Cover, 1972 / Archiv Eva Egermann, Reprinting Crip Materials, 2016

Einzelbesprechungen

Eva Egermann

nach Vereinbarung (zwischen 15.05 und 19.06.2019)

 

 

Eva Egermann, Takes on Crip Magazine Vortrag, Foto: Daniel Jarosch/ Künstlerhaus Büchsenhausen, 2016.

Wir sagen nie die Wahrheit Teil 2

Anke Dyes

Übung, 25.04., 9.05., 13.06. jeweils 10:30

Ziel der Übung ist eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Wahrheitsdiskursen off- und online, mit künstlerischen und gestalterischen Strategien der Wahrheitsfindung, sowie Texten über das Aufdecken von Wahrheit, Beweise und Gossip, Glaubwürdigkeit und Paranoia.

fragenfueralle.de

Kolloquium

Anke Dyes

17.04. (Vorbesprechung), 8.05., 22.05., 12.06., 18.06. (mit Eva Egermann), 10.07.

jeweils 10:30

Das Kolloquium setzt sich jedes Semester neu zusammen. Es ist ein Treffen für die, die im Arbeitsbereich Theorie und Praxis vertieft studieren oder interessiert sind an dem Bereich. Es ist offen für alle Studierenden der unterschiedlichen Semester und Studiengänge, aber verbindlich. Dh. zur Vorbesprechung können alle Interessierten unverbindlich kommen, ab dem zweiten Treffen aber gilt: die, die mitmachen, kommen verbindlich zu jedem weiteren Treffen. Gemeinsam diskutiert werden Konzepte, Projekte und Abschlussarbeiten. Die Theorie-Inputs dieses Semesters nehmen das Rundgangsthema ‚Motherboard’ zum Anlass, um sich mit Mechanismen und Systemen und wie sie steuern und regulieren zu beschäftigen.

Motherboard stock photo

 

Gestaltung__Sprache__Geschlecht/Begehren

Studentisch organisierter Workshop mit Persson Perry Baumgartinger, Raum 0325

Das Projekt ist eine Fortsetzung des im  WiSe 2018/19 begonnenen Workhops, aber nun studentisch organisiert

Neue Termine im SoSe 2019: 10.05. sowie 20. und 21. 06.2019

Uhrzeiten werden zeitnah bekannt gegeben

Das Projekt Gestaltung__Sprache__Geschlecht/Begehren will eine Gruppe von künstlerisch und gestalterisch arbeitenden Nachwuchsforscher*innen versammeln, die ein bestehendes Lexikon visuell-gestalterisch weiterentwickeln sollen. Die Zusammenarbeit soll ein trans/inter/queeres Nachdenken über Gestaltungs- und Designnormen mit der Reflexion der Geschlechter- und Sprachnormen unterstützen. Ausgangsmaterial des Projektes ist das Booklet „queeropedia“ von Persson Perry Baumgartinger. Dieses wird visuell erweitert, überarbeitet, ausgedehnt.